Melancholie und gute Laune

Konzert  „Wait For June“ spielen

„Wir haben schon einige schöne Auftrittsorte kennengelernt, aber so einen wundervollen wie hier gibt es nicht oft“, sagen sie. Der Saal ist voll, der Ofen angeheizt.

Bevor aber „Wait for June“ mit ihrem Konzert beginnen, gibt es noch eine musikalische Überraschung. Die „Faulbachlerchen“, neun Sänger aus Winkels bei Mengerskirchen, geben A-cappella-Gesang zum Besten. Keine traditionelle Männerchor-Literatur, sondern Popmusik für Chor arrangiert.

„So lang man Träume noch leben kann“ von der „Münchner Freiheit“, „The Drunken Sailor“, „Alles aus Liebe“ von den „Ärzten“ und „Westerland“ von den „Toten Hosen“. Mit ihrem Leiter Peter-Ferdinand Schönborn sorgen sie für einen peppigen Einstieg in einen besonderen musikalischen Abend.

„Wait for June“ sind vier sympathische Musiker aus dem Raum Wetzlar, ihre Lieder ausnahmslos Eigenkompositionen mit den unterschiedlichsten Einflüssen. „Bei allem Spaß an der Musik haben wir auch melancholische Stücke“, sagt Jule Jochem.

Die Vielfalt wird auch durch den Einsatz vieler Instrumente deutlich

So regen denn auch die unterschiedlichen Stücke mal zum Mitwippen, dann wieder zum Nachdenken an. Die Vielfalt wird auch durch den Einsatz zahlreicher Instrumente deutlich. Sänger und Frontmann Manuel Sohn, ebenso Jule Jochem, sind Multiinstrumentalisten, die ständig Instrumente hin und her tauschen oder auch mal in einem einzigen Song zwei oder gar drei verschiedene spielen.

Zum Einsatz kommen Piano, akustische Gitarren, Geige, Banjo, Mandoline, Ukulele, Akkordeon und Mundharmonika. Auch den Gesangspart teilen sich beide. Oft sorgen sie auch mit wunderbaren zweistimmigen Gesangsharmonien für eine besondere Stimmung. Florian Müller (Bass und Gesang) und Dennis Nauheim (Schlagzeug und Glockenspiel) sorgen für das rhythmische Fundament.

Die Musik beinhaltet Elemente aus Folk, Pop, manchmal auch Country. Die Spielfreude der vier Musiker ist ansteckend. „Wait for June“ ist keine Profi-Band. Alle vier machen das so nebenbei. Dafür klingt es unglaublich ausgereift und perfekt, dabei aber doch sehr natürlich.

Dass es nicht darauf ankommt, welche Kleidung man trägt, darum geht es in „Fancy dress“. Auch ernste Themen gehen sie an, etwa Abschiede in „Outlook friends“ oder gar Demenz im Song „The Inevitable“.

Auch Florian Müller und Dennis Nauheim sind nicht ausschließlich auf ihre Instrumente festgelegt. Bei einem Stück spielt Florian Schlagzeug und Dennis Akkordeon. Bei „Shake on it“ fungieren die Faulbachlerchen als Backgroundchor, bei einem anderen Lied darf das Publikum mitsingen.

Ein Abend mit wunderbarer Musik voller Gefühle und guter Laune geht zu Ende. Nach einem begeisterten Applaus gibt’s drei Zugaben.

Am 27. Januar 2018 stellen „Wait for June“ in Wetzlar im „Franzis“ ihre neue CD vor. „Ich freue mich, wenn ich einige von euch dort wiedersehe“, verabschiedet Jule das Publikum bei „Lindencult“. „Ich schenke dann auch Sekt aus“.


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