Mietstromprojekt bringt PV auf’s Dach

ENERGIEWENDE Tennis-Verein Marburg ist erster Kooperationspartner für Projekt der Stadtwerke

„ Wir übernehmen die Kosten für die PV-Anlage, zahlen den Dacheigentürmern Miete und die Gebäudebewohner beziehen den Strom zu günstigen Konditionen“, beschreibt Holger Armbrüster die Vorteile des Mietstromprojekts. (Foto: Jensen dpa)

„Mit unserem Mieterstromprojekt wollen wir die Bevölkerung gezielt beim Umstieg auf regenerative Energieerzeugung unterstützen. Eine Art ökologische Hilfe zur ökologischen Selbsthilfe“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren.

Die Idee: Die Stadtwerke übernehmen die Kosten für die Errichtung und Anschaffung der PV-Anlage. Derjenige, der sein Dach als Standort zur Verfügung stellt, erhält dafür eine Pacht und bezieht seinen Strom zu günstigen Konditionen, so  Vertriebsleiter Holger Armbrüster. Die Vision: „Wir möchten diese Idee zukünftig gerne als Mieterstrommodell auf Mehrparteienhäuser anwenden“, erklärt Armbrüster.

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TV möchte neue Heizung anschaffen

Einen ersten Kooperationspartner gibt es bereits: den Tennis-Verein Marburg. Im Juli dieses Jahres haben die Stadtwerke eine PV-Anlage mit einer Leistung von rund 60 Kilowatt auf dem Dach der Tennishalle installiert. Die Anlage soll im Jahr einen Ertrag von etwa 51 000 Kilowattstunden Strom produzieren. Davon wird der Tennisverein knapp die Hälfte selbst nutzen. Dadurch wird der Verein pro Jahr 30 000 Kilogramm CO2 einsparen. „

„Aus dem engen Austausch mit unseren Kunden wissen wir, dass viele gerne in die Eigenstromerzeugung einsteigen möchten, aber angesichts der hohen Kosten vor dem Kauf eigener Anlagen zurückschrecken“, so Armbrüster.

Bei den Verantwortlichen des Tennisvereins kommt das Mieterstromprojekt jedenfalls sehr gut an.

„Wir haben die passende Fläche auf unserer Tennishalle. Mit dem neuen Projekt der Stadtwerke können wir das Dach nun endlich nutzen, ohne Geld investieren zu müssen oder gar ein Risiko einzugehen“, freut sich TV-Vorsitzender Heiko Hampl.

Und selbst die Pacht kommt der Umwelt zugute: Das Geld für die 20-jährige Nutzung der Dachfläche haben die Stadtwerke als Einmalzahlung ausgezahlt.Dafür soll eine moderne und umweltschonende Heizungsanlage gekauft werden. (crö)


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