Mit Video: 150 streiken in Dillenburg

Verwaltungs- und Kita-Personal folgt Verdi-Aufruf
Beim Warnstreik im öffentlichen Dienst gestern in Dillenburg zogen viele junge Mitarbeiter mit. Jürgen Lauer (Mitte, mit
Beim Warnstreik im öffentlichen Dienst gestern in Dillenburg zogen viele junge Mitarbeiter mit. Jürgen Lauer (Mitte, mit Megaphon) von der Gewerkschaft Verdi machte deutlich, dass die Beschäftigten "anständig bezahlt werden müssen." (Fotos: Katrin Weber)
"Ich bin es wert" - der Slogan von Verdi stand vielen sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben.
"Ich bin es wert" - der Slogan von Verdi stand vielen sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben.
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"Tag und Nacht für Hungerlohn"

Video: Streik im öffentlichen Dienst

Auf dem Wilhelmsplatz fordete Jürgen Lauer, Verdi-Tarifkoordinator in Mittelhessen, die Arbeitgeber auf, sich mit ihrem Angebot auf die Gewerkschaft zu zubewegen. "Es ist eine Unverschämtheit wie mit den Bediensteten im öffentlichen Dienst umgegangen wird, wenn man sieht, was der ehemalige Bundespräsident Wulff bekommt und was diejenigen erhalten, die Tag und Nacht für einen Hungerlohn schuften", schimpfte Lauer. Die öffentlichen Kassen seien zwar leer, aber dies bedeute ja nicht, dass kein Geld in der Gesellschaft vorhanden sei: "Es muss nur besser verteilt werden. Es muss eine andere Politik her, damit die Beschäftigen anständig bezahlt werden."

6,5 Prozent mehr lautet die Forderung von Verdi. Dazu noch die unbefristete Übernahme für alle Auszubildenden. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst kein Angebot vorgelegt. Arbeitgeber hätten auch ein falsches Bild von der Tätigkeit des Personals in Kindertagesstätten. "Offensichtlich glaubt man, dass die Mitarbeiterinnen mit den Kindern im Sandkasten spielen und dabei noch Kaffee trinken. Ich kann nur jedem empfehlen, mal einen Tag in einem Kindergarten mitzuhelfen, dann weiß er, wie das ist", sagte Lauer .

Timo Klein von der Vitos-Klinik in Herborn und Mitglied der Verdi-Bundestarifkommission unterstrich, wie wichtig die Perspektiven die jungen Mitarbeiter für die Zeit nach der Ausbildung seien. Deshalb gehöre die Übernahmegarantie, unbefristet und für alle, zu den Forderungen. Jürgen Lauer erklärte, die Arbeitgeber wollten sich vermutlich in ein Schlichtungsverfahren "retten". Sollte bis Montag oder Dienstag keine Bewegung in die Tarifrunde kommen, verstärke man den Protest, kündigte Lauer unter dem Beifall der Streikteilnehmer an.


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