Mit Video: Polizei sucht Bestohlene

Schmuck und PCs ausgestellt
Joachim Nasemann begutachtet mit Maria-Margarethe Schneider die Beutestücke.
Joachim Nasemann begutachtet mit Maria-Margarethe Schneider die Beutestücke.
Polizeisprecher Jürgen Schlick präsentiert einige der Asservate. (Fotos: Schmidt)
Polizeisprecher Jürgen Schlick präsentiert einige der Asservate. (Fotos: Schmidt)
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Einige Schmuckstücke konnten die Beamten einem Einbruch in Niederweimar zuordnen, weitere stammten von einem Bruch in Gladenbach am selben Tag. "Die drei Männer befinden sich seit diesem Abend in Untersuchungshaft und schweigen sich aus", erläutert Polizeisprecher Jürgen Schlick. Die Ermittlungen hätten die Polizei zu fünf mutmaßlichen Hehlern und Mittätern geführt - die anschließenden Durchsuchungen brachten rund 500 Schmuckstücke, Laptops und weitere Gegenstände zu Tage.

Video: Ausgestellte Diebesbeute

"Momentan sind wir dabei, diese Gegenstände den rechtmäßigen Eigentümern zuzuordnen", so Schlick. Man habe im Vorfeld Bilder im Internet veröffentlicht, "außerdem haben wir Leute, die Opfer eines Einbruchs waren, angeschrieben".

Einige meinten bereits, ihren Schmuck wiedererkannt zu haben. "Derzeitiger Stand der Ermittlungen ist, dass wir von etwa 50 Straftaten ausgehen, 19 davon alleine im heimischen Landkreis", sagt Schlick. Der Rest der Taten habe sich hauptsächlich im Raum Wetzlar und Gießen ereignet.

Ermittler ordnen den drei Tätern weitere Einbrüche zu

Nicht nur das Zurückgeben der Gegenstände ist das Ziel der Ermittler: Sie hoffen, den drei Männern weitere Straftaten nachzuweisen. Etwa dadurch, dass Beute erkannt wird, deren Diebstahl aber nicht gemeldet wurde oder bisher nicht den drei Männern zugeordnet werden konnte. Wie im Fall einer Frau aus dem Gießener Raum. Sie war im Oktober 2011 Opfer eines Einbruchs. "Ich habe im Internet bereits meine Handtasche, ein Laptop und eine Kette erkannt", erzählt sie. Und macht sich an dem riesigen Tisch auf die Suche nach weiteren ihrer Gegenstände. "Mein mp3-Player ist wohl nicht dabei, aber immerhin."

Zwar seien auch einige Stücke weg, "an denen das Herz hing, wie etwa Schmuck, den ich von meiner Mutter bekommen habe", sagt sie. Aber viel wichtiger sei ihr persönlich, "dass die Tat den Männern zugeordnet werden kann und dass man sie geschnappt hat."

Weniger Glück hingegen hat Maria-Margarethe Schneider aus Lollar. Sie ist sich anfangs sicher, dass sie einige Schmuckstücke wiederfinden wird - letztendlich kann sie aber kein einziges zweifelsfrei identifizieren. Dennoch lässt sie sich nicht entmutigen: Immer wieder prüft die Frau Plastiktütchen, dreht und wendet sie, packt sie unter Aufsicht aus - jedoch vergebens. "Vielleicht ist der Einbruch schon zu lange her, und die Diebe haben meinen Schmuck schon verscherbelt."

Von den geladenen Diebstahls- und Einbruchsopfern verlangt die Polizei einen Eigentumsnachweis, bevor sie ihre Stücke mitnehmen dürfen. "Das kann eine Rechnung sein", so Schlick, "oder die Beschreibung eines einzigartigen Merkmals" - zum Beispiel eine Beschädigung oder eine Gravur. Letztendlich sei es eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft, "inwieweit dieser Eigentumsnachweis ausreicht".

Die Veröffentlichung der Fotos im Internet biete eine große Chance. "Da wir auf diesem Weg zahlreiche Menschen erreichen - eventuell auch die, die den Weg zur Polizei eigentlich scheuen", so Schlick. Wenn diese jedoch meinten, ihren Schmuck entdeckt zu haben, "werden sie vielleicht auch ermutigt zu kommen".

Mehr als 30 Personen haben die "Ausstellung" bereits besucht, sechs von ihnen haben Schmuck gefunden, der ihnen gestohlen wurde. Und zwei Einbrüche konnten den Tätern zusätzlich zugeordnet werden.


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