Mit Video: Training bei 500 Grad

500 Feuerwehrleute aus Stadt und Kreis trainieren zwei Wochen im "Fire Dragon"
Mit höchster Konzentration müssen die Feuerwehrleute in dem Übungscontainer bei hohen Temperaturen, geringer Sicht und u
Mit höchster Konzentration müssen die Feuerwehrleute in dem Übungscontainer bei hohen Temperaturen, geringer Sicht und unter großer körperlicher Anstrengung zu Werke gehen, um dem Feuer Herr zu werden.
Bedrohlich rollt eine Feuerwalze unter der Decke des Containers entlang, die Flammen schlagen sogar aus der Tür, die ext
Bedrohlich rollt eine Feuerwalze unter der Decke des Containers entlang, die Flammen schlagen sogar aus der Tür, die extra für das Foto kurz geöffnet wurde. (Fotos: Landkreis)
Übungsgelände für Feuerwehrleute: Der "Fire-Dragon". (Foto: Naumann)
Übungsgelände für Feuerwehrleute: Der "Fire-Dragon". (Foto: Naumann)
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"Das Training ist kein Spaziergang und bereitet unsere Einsatzkräfte gut auf den Ernstfall vor", erläutert Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Immer zu zweit nehmen die Männer und Frauen den Kampf im Inneren des "Fire Dragon" auf, versuchen mit Wasser das Feuer in den Griff zu kriegen, die Flammenwalze zurückzudrängen und den rettenden Weg zurück ins Freie zu sichern.

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Carmen Werner: "Ruhe bewahren und das Gelernte konsequent anwenden"

"Wichtig ist vor allem, die Ruhe zu bewahren und konsequent das anzuwenden, was man in der Ausbildung gelernt hat", erläutert die Leiterin der Marburger Feuerwehr, Carmen Werner, das richtige Vorgehen.

Knapp zwei Wochen macht der Trainings-Container bei seiner Reise quer durch Hessen Station im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Gemeinsam haben Stadt und Kreis die Ausbildung ihrer Feuerwehrleute organisiert. Standort des Containers ist die Hauptfeuerwache in Marburg. Das Land Hessen stellt den Übungscontainer kostenfrei zur Verfügung.

Lars Schäfer und Carmen Werner sind sich einig: Ein solches Training kann die Lebensversicherung für Einsatzkräfte sein, wenn sie im Innenangriff einen Wohnungs- oder Zimmerbrand bekämpfen. "Vor allem jüngere Feuerwehrleute oder Einsatzkräfte, die noch nicht so viel Einsatzerfahrung sammeln konnten, profitieren von diesem Training", so Schäfer. "Unter kontrollierten Bedingungen können sie hier lernen und begreifen, dass Feuer heiß ist, wie wichtig gute Schutzkleidung ist, dass diese auch Grenzen hat und dass körperliche Fitness entscheidend ist", ergänzt Carmen Werner.

Auch das richtige taktische Vorgehen, das Sichern des Rückweges und die richtige Löschtechnik können hier unter Aufsicht und mit kalkulierbarem Risiko trainiert werden.

Ein Ausbilder kümmert sich um die Zweierteams, er beaufsichtigt das Anlegen der Schutzkleidung, trainiert vor dem Einstieg in den "Schlund" des Feuer-Drachens noch einmal den Umgang mit dem Strahlrohr und überwacht die Arbeit des Teams bei der Brandbekämpfung vom Kontrollraum aus - jederzeit bereit einzugreifen, wenn es nötig sein sollte. Um möglichst vielen Einsatzkräften das Training zu ermöglichen, ist der Zeitplan eng: drei Teams pro Stunde - so der Zeitansatz, ein Durchgang dauert 20 Minuten.

Die Einsatzkräfte kommen beim Gang durch den Container mächtig ins Schwitzen, was an den hohen Temperaturen und der anstrengenden körperlichen Arbeit liegt.

Abwechselnd an vier verschiedenen Stellen können die Trainer vom Kontrollraum aus, der durch dicke Glasscheiben vom eigentlichen Übungsraum getrennt ist, die Flammen lodern lassen. Das sorgt für Stress.

Machen die Absolventen Fehler, flammt der Brand plötzlich wieder auf

Machen die Übungsabsolventen alles richtig, gehen die Flammen aus. Machen sie einen Fehler, keimt das bereits gelöscht geglaubte Feuer schlagartig wieder auf.

"Hier können und dürfen Fehler gemacht werden. Dafür sind solche Übungsmöglichkeiten da: um aufzudecken, ob es noch irgendwo hakt, ob es Verbesserungsbedarf gibt", erläutert Lars Schäfer. Er ist sich sicher: "Fehler, die hier in der heißen Ausbildung passieren, passieren im Ernstfall kein zweites Mal."


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