Mit Video: Urlaub - Beruf - Nationalmannschaft

Ab der kommenden Woche gehen die Spieler des RSV Lahn-Dill wieder ihrer eigenen Wege
Momentan liegt ihr Fokus auf dem Champions Cup in Istanbul, doch danach beginnt  für die RSV-Spieler (v.l.) Thomas Gunde
Momentan liegt ihr Fokus auf dem Champions Cup in Istanbul, doch danach beginnt für die RSV-Spieler (v.l.) Thomas Gundert, Jan Haller, Dirk Köhler und Thomas Böhme die Vorbereitung auf die Paralympics in London.

Ab Montag ruht der Ball. Und ab Montag heißt es vor allem Abschied nehmen von Kapitän Joey Johnson, von Mina Mojtahedi und von Steve Serio, die in ihre Heimatländer Kanada, Finnland und USA zurückkehren. Während sich die vier deutschen Internationalen der Wetzlarer Rollis intensiv auf die Paralympics in London (29. August bis 9. September) vorbereiten.

Lehrgänge, Testspiele, Trainingslager - Thomas Böhme (20) gönnt sich nach Istanbul eine Woche Pause, ehe er sein Studium zum Grundschullehrer erst einmal hinten anstellt und sich ganz auf Rollstuhlbasketball konzentriert.

Erstes Spiel gegen Santa Lucia in Istanbul

Auch Jan Haller, der vergangenen Sommer vom ASV Bonn nach Mittelhessen kam, ordnet dem Nationalteam zunächst alles unter. "Nach meiner Rückkehr aus der Türkei besuche ich meine Freundin in Hamburg, dann fahre ich zu einer Familienfeier, ehe die Vorbereitung auf London beginnt." Die Geschäftsstelle des RSV Lahn-Dill, auf der der 23-Jährige seit einigen Wochen arbeitet, wird er erst einmal länger nicht von innen sehen.

Was auch für die Agentur für Arbeit in Neuwied gilt, auf der Thomas Gundert in der Kindergeldabteilung tätig ist. "Dass ich von unserem Bundestrainer Nicolai Zeltinger für die Paralympics nominiert worden bin, ist für mich das Allergrößte", erzählt der 29-Jährige mit funkelnden Augen.

Der Vierte im Bunde ist Center Dirk Köhler, das Urgestein des RSV Lahn-Dill. Für den 44-Jährigen sind London die dritten Paralympics. Eine Welt- und fünf Europameisterschaften hat er ebenfalls schon auf dem Buckel, immer unterstützt von der Agentur für Arbeit, die ihn freistellt, wann immer er es benötigt. "Ohne dieses Entgegenkommen könnte ich wahrscheinlich meinen Sport nicht ausüben", so der zweifache Vater.

Gerne in London dabei gewesen wäre US-Boy Michael Paye, der überraschend jedoch keine Einladung erhielt. "Da hatte ich eine ganz schön harte Pille zu schlucken", hat Paye seine Ausbootung noch immer nicht ganz verkraftet. Also reist er zu seinen Eltern nach Michigan, macht einige Tage Urlaub in Las Vegas, ehe er im Juli wieder nach Wetzlar zurückkehrt. "Sollte sich jemand verletzen, würde ich vielleicht nachnominiert, doch gönne ich das natürlich keinem meiner Jungs."

Während Gesche Schünemann sich bei Lehrgängen in Hamburg und Frankfurt sowie beim World-Cup Ende des Monats in Manchester auf London vorbereitet, muss Marco Zwerger zu Hause bleiben. "Ich besuche meine Eltern in Ellwangen", zieht es den 33-Jährigen nach Hause ins Schwabenland. Ob er seine zehnte Saison beim RSV Lahn-Dill erleben wird, ist offen: "Noch gab es keine richtigen Gespräche mit den Verantwortlichen."

Hories Zukunft noch offen

Auch Wataru Horie (32), der schon in den USA und Spanien aktiv war, ist sich nicht sicher, weiter für den neunfachen Deutschen Meister aufzulaufen. Der Mann aus Tokio, der wie Mina Mojtahedi bis Freitag am Bosporus bleibt, weiß zwar von einem RSV-Interesse, gibt aber zu bedenken: "Ich habe einige Angebote, mal sehen, was sich ergibt."


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