Mittelstand entdeckt Banken

VOLKSBANK DILL Im vergangenen Jahr wurden 1400 neue Mitglieder gewonnen

Der Region verbunden: Die Vorstände der Volksbank Dill eG, Ralph-Uwe Ort und Armin Wickel (von links) sind mit dem Geschäftsjahr 2014 sehr zufrieden und blicken zuversichtlich in die Zukunft. (Foto: Kiehl)

"Wir konnten die regionale Bedeutung unserer Bank an allen Fronten stärken", sagte Wickel am Dienstag bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen im Rahmen eines Pressegesprächs. Die Volksbank erwirtschaftete einen Jahresüberschuss in Höhe von zwei Millionen Euro, so dass sich die über 20 000 Genossen auf eine siebenprozentige Dividende freuen können. Die Eigenkapitalquote stieg von 18,2 auf 20,7 Prozent.

Ironie des Schicksals: Gerade die Finanzkrise 2009 und ihre Folgen dürfte ein Grund für den Zulauf neuer Kunden sein. "Der gewerbliche Mittelstand kommt zu uns zurück", stellen die beiden Vorstände fest. In Zeiten zunehmender Unsicherheiten im Finanzsektor suchten die Menschen Verlässlichkeit und Vertrauen. Die Volksbank Dill eG verfüge über die nötige Größe, den heimischen Mittelstand mit Krediten bedienen zu können. Dabei punkte sie mit persönlichem Kontakt statt Anonymität.

Das gewachsene Vertrauen zu der Bank macht sich natürlich bei der Kreditvergabe positiv bemerkbar. Bei einem Gesamtvolumen von 370 Millionen Euro vergab die Volksbank im vergangenen Jahr Neukredite in Höhe von 80 Millionen Euro. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von vier Prozent. Die Neukredite teilen sich zu 40 Prozent auf Geschäftskunden und zu 60 Prozent auf Privatkunden auf. "Während bei den Geschäftskunden etwa Mitte des Jahres ein Rückgang zu verzeichnen war, stieg das Geschäft im privaten Bereich in der zweiten Hälfte des Jahres besonders stark", stellte Wickel fest.

Privatkunden investieren verstärkt in Hauskauf und Modernisierung

Angesichts niedriger Zinsen sei festzustellen, dass viele Privatkunden in Betongold investierten. Das gelte nicht nur für den Erwerb und den Neubau von Immobilien, sondern auch für energetische Sanierungen und Investitionen in Umwelttechnik. In diesem Sektor trete die Bank vielfach als Vermittler von KfW-Krediten auf, wofür das in Dillenburg beheimatete Bankhaus bereits mehrfach ausgezeichnet worden sei. Im gewerblichen Bereich würden mit den Krediten Ersatz-, Rationalisierungs- und Neuinvestitionen finanziert.

Im Bereich der Geldanlage stellen die Banker fest, dass die Kunden ihre Rücklagen zunehmend auf ein breites Fundament stellten. Klassische Anlageformen wie Tagesgeld und Zuwachssparmodelle würden beispielsweise durch Aktienfonds ergänzt.

Vor dem Hintergrund, dass die gesetzliche Rente in Zukunft in den wenigsten Fällen ausreicht, um den Lebensstandard zu halten, ist für die Volksbank die Altersversorgung ein wichtiges Thema bei Kundengesprächen. Wickel bricht in diesem Zusammenhang eine Lanze für die oft kritisierte Riesterrente, die aus seiner Sicht Dank staatlicher Zuschüsse ein ideales Instrument ist, um mit kleineren Sparbeiträgen ein ordentliches Vermögen aufzubauen. Die Kunden der Volksbank hätten im vergangenen Jahr staatliche Zulagen in Höhe von rund 500 000 Euro erhalten.

Als regionales Kreditinstitut, für das die Nähe zum Kunden wichtig ist, investiert die Volksbank Dill eG kontinuierlich in die Modernisierung ihrer 25 Geschäftsstellen. Nachdem im vergangenen Jahr die Driedorfer Filiale modernisiert wurde, steht am 6. März die Neueröffnung im neuen Fachmarktzentrum in der Herborner Au an. Bislang war die Filiale in der Kaiserstraße beheimatet.

Angesichts der positiven Zahlen aus 2014 blicken die beiden Bankvorstände zuversichtlich in die Zukunft. Die größte Herausforderung dürfte ihrer Meinung nach der Umgang mit dem Niedrigzinsniveau sein. Im April finden zahlreiche Vertreterversammlungen mit Neuwahlen statt, in denen der Vorstand den Volksbankgenossen die aktuelle Geschäftspolitik erläutern wird.


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