Molly Howe sucht ihre Ahnen

GESCHICHTE  Junge Frau aus Kalifornien besucht Blasbacher Mühle und Hohensolms

Dieses Bild von der Blasbacher Mühle hing in der Wohnung ihrer Großmutter. (Repro: Pöllmitz)
Molly Howe unterhält sich angeregt mit Jürgen Rohrbach, der heute mit seinen Eltern in der alten Mühle von Blasbach lebt. Foto: Pöllmitz
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Das Bild der Blasbacher Mühle im Haus ihrer Großmutter ist Ausgangspunkt der Recherchen der jungen Frau und da die Familie nicht mehr viel zusammentragen konnte, hat sie zunächst die Internetsuchmaschine Google genutzt und Blasbach gefunden. Schnell stand für sie fest: Da musst du selber hin!

Sie wollte so viel wie möglich herausfinden und kam über die Homepage der der Genealogischen Arbeitsgemeinschaft Lahn-Dill in Kontakt mit Webmaster Michael Habermehl, der seine Kollegen Friedhelm Peuckert und Torsten Lang informierte.

Die Familien Gick und Pfeiffer in Blasbach, Oberlemp und Dillenburg waren ihr wichtig und entsprechend hatte sie auf Hinweis ihrer Pensionswirtin in Blasbach schon das Pfarramt in Hohensolms befragt. Heinrich Pfeiffer, dessen Vater Johann Peter Pfeiffer und Mutter Mary Catherine Gick sowie der Bezug zur Blasbacher Mühle waren die Einzelheiten, von denen Molly Howe wusste. Die beiden Hobby-Ahnenforscher Peukert und Lang legten sich mächtig ins Zeug, konnten „Miss Molly“ schon früh Informationen liefern und wollen ihr auch einen Stammbaum erstellen.

Für sie war es der erste Besuch in Europa. Sie hatte mit Freunden Budapest, Prag und München besucht, bevor sie den zweiten Teil des anderthalb Wochen langen Überseetrips ihren Ahnen widmete. „Es war für mich surreal, dort zu sein, wo meine Vorfahren lebten“, sagt die junge Frau, die bei einem ersten Spaziergang in Blasbach ausführlich die Kirche besichtigte und einen Blick ins Backhaus werfen konnte, wo gerade Brot gebacken wurde.

Molly Howe weiß nach dem Besuch: „Meine Kinder werden einmal genau wissen, woher sie kommen“

Abschließend wurde in Hohensolms ein Blick in die Kirchenbücher geworfen, Torsten Lang überreichte das Heimatbuch „1200 Jahre Blasbach“. Nach dem besuch eines Gottesdienstes in Blasbach sprach sie mit Pfarrer Hans Hoßbach über ihr Anliegen und besuchte den Friedhof. Mit alten Bildern aus dem Besitz ihrer Familie gestaltete sich ein Spaziergang durch Blasbach aufregend: Einige Gebäude und Plätze sind noch vorhanden.

Der emotionalste Moment für Molly Howe kam am vergangenen Montag: Mit klopfendem Herzen betrat sie die Untere Mühle von Blasbach, wo ihr Ur-Ur-Urgroßvater Heinrich Pfeiffer 1851 geboren wurde. 1868 wanderte er nach Amerika aus, landete in der Nähe von New York und lebte eine Weile bei seinem Onkel in Indiana. Auch Mollys Mutter hat deutsche Wurzeln, doch damit will sie sich bei einem späteren Besuch genauer beschäftigen, denn eins steht fest: „I will come back!“ – sie werde wiederkommen.

Johann Peter Pfeiffer, „Henrys“ Vater und der letzte Müller der Mühle, starb 1897 und seine Frau Elisabethe, geborene Valentin, 1903. „Um 1900 hat meine Familie die Mühle gekauft, die nach einem verheerenden Feuer wieder in der alten Form aufgebaut wurde“, erzählte Jürgen Rohrbach der jungen Frau. Gemeinsam wurde der Speicher bestiegen, wo noch Reste des alten Mühlengebäudes zu sehen sind. „Es ist unglaublich, dass ich hier stehen kann, wo meine Vorfahren lebten“, so Molly.

Anschließend ging es nach Hohensolms, wo die Kirche und der Grabstein von Pfarrer, Superintendent und Kreisschulinspektor Johann Leonhard besucht wurden, dessen Bruder Karl Philipp Friedrich viele Vorfahren der jungen Frau getauft und verheiratet hat. Die Oberste Mühle von Oberlemp, wo weitere Vorfahren Howes lebten, war ein letztes Ziel der Reise in die Vergangenheit, bevor sich Molly Howe in der Blasbacher Heimatstube in das Gästebuch eintrug.

Friedhelm Peuckert und Torsten Lang wollen weiter forschen und halten Howe auf dem Laufenden, die ihre Familiengeschichte aufschreiben will. „Meine Kinder werden einmal genau wissen, woher sie kommen!“


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