Moment mal

Von Arne Wohlfarth
Von Arne Wohlfarth

Auch in diesem Jahr produziert die Tour wieder Geschichten. Bei Tony Martin ist es eher ein Drama: Defekte und ein Kahnbeinbruch zieren die ersten neun Tage. Gestern stieg der Eschborner aus. Verständlich!

Die große Story bei der diesjährigen Auflage schreibt ohnehin Bradley Wiggins. Der Brite scheint kaum zu schlagen zu sein. Genauso wie seine Vita. 2004 verfällt der damalige Weltklasse-Bahnradfahrer dem Alkohol, erst die Geburt seines Sohnes Ben gibt ihm wieder Halt. 2008 stirbt sein Vater unter mysteriösen Umständen, außerdem holt er sich den zweiten Olympiasieg auf der Bahn und wechselt danach auf die Straße. Er nimmt einige Kilos ab und mausert sich innerhalb einer Olympiade zu einem sehr guten Rundfahrtspezialisten, der ohne Probleme sämtliche Berge meistert. Das ist so, als würde 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt in vier Jahren einen Marathonlauf gewinnen. Deswegen kursieren Dopinggerüchte um Wiggins. Damit muss er leben. Denn die vielen schönen Geschichten der Tour sind oftmals im Nachhinein wie ein Kartenhaus zusammengefallen.

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Selbst Lance Armstrong scheint es erwischt zu haben. Die Versuche des Amerikaners, die Untersuchung der US-Anti-Doping-Agentur zu blockieren, wirken so hilflos wie der Versuch, dem deutschen Sommer etwas Positives abzugewinnen. Wiggins poltert gegen jeden, der ihm Doping unterstellt. Das vertreibt die Zweifel aber nicht. Denn auch dieses Poltern ist nichts Neues bei der Tour.


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