Moment mal

Von Gerhard Collinet
Von Gerhard Collinet

Die Kritiker der erneuten Liaison haben sich in den Internetforen bereits positioniert. Und fragen sich hämisch: Wollen die Holländer ein drittes Mal eine WM verpassen? Warum tun sich unsere Nachbarn das nur an? Tatsächlich scheint Oranje nicht wirklich was aus den Erfahrungen der ersten Amtszeit mit dem exzentrischen, selbstgerechten und herrischen General gelernt zu haben. Der sich von seinen Töchtern siezen lässt. Was schon eine ganze Menge über die Psyche des 60-Jährigen aussagt. Damals setzte er die Qualifikation für die Welttitelkämpfe in Japan und Südkorea in den Sand und musste seine Koffer packen. Ein derartiges Kunststück mit der Elftal gelang vor ihm nur Leo Beenakker 1986.

Sicher: Van Gaals autoritärer Führungsstil kann auch funktionieren. Mit jungen, hungrigen Talenten. Das hat er zuletzt als rigoroser Förderer von Thomas Müller und Holger Badstuber beim FC Bayern München bewiesen. In der bayrischen Metropole wurde aber zugleich klar: Mit etablierten Stars wie Franck Ribéry kommt er auf Dauer nicht klar. Und davon besitzen die Niederlande trotz des nach dem Abgang von Bert van Marwijk geplanten Umbruchs noch genug.

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Dass bei Nationaltrainern heutzutage viel weniger die Fähigkeiten als Fußball-Ausbilder denn als Moderator mit psychologischem Geschick gefragt sind, verwöhnte Einzelkönner auf den Punkt zu einem Team zu formen, spricht ebenfalls nicht für den neuen alten Bondscoach. So gesehen könnte die Trennung schmerzhaft werden. Wie vor zehn Jahren.


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