"Müssen alles auf eine Karte setzen"

VOLLEYBALL Der Waldgirmeser Kapitän Peter Schlecht glaubt noch an die Rettung

Nach der Niederlage gegen Grafing am Boden: TVW-Kapitän Peter Schlecht. (Foto: Weis)

Statt im Abstiegskampf gegen einen direkten Konkurrenten Boden gutzumachen, kassierten die in der Woche zuvor beim 1:3 gegen den SV Fellbach noch so mutig aufspielenden Lahnauer den nächsten Rückschlag. Der Tabellenletzte braucht nun ein kleines Wunder, um den Klassenerhalt in den verbleibenden neun Partien noch zu schaffen. Das rettende Ufer ist vier Punkte entfernt. Trübsal blasen möchte TVW-Kapitän Peter Schlecht jedoch nicht. Der 22-Jährige, der in der Nähe der russischen Millionenstadt Ufa geboren wurde, mit fünf Jahren gemeinsam mit seinen Eltern zunächst nach Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und dann 2001 nach Atzbach kam, fordert jetzt alles oder nichts. "Wir haben doch nichts mehr zu verlieren", sagt Schlecht, der nach einem Abstecher nach Sinn-Fleisbach mittlerweile in Gießen lebt.

Im Interview mit dieser Zeitung spricht der technische Assistent des Werkleiters bei der Firma Stahlo in Dillenburg über die Pleite am vergangenen Samstag und seine Hoffnungen, die er trotz der zwölften Niederlage im 13. Spiel noch hat.

Herr Schlecht, 0:3 gegen den TSV Grafing. War es das jetzt mit dem Klassenerhalt?

Peter Schlecht: Auf keinen Fall. Wir haben das Zeug dazu, in der 2. Liga zu bestehen. Das haben wir in dieser Saison bewiesen. Wir hatten viele Partien mit knappen Sätzen, das sollte uns weiterhin motivieren. Wir müssen jetzt alles auf eine Karte setzen, denn wir haben nichts mehr zu verlieren. Wenn wir ein Spiel gewinnen, dann platzt der Knoten.

Wie erklären Sie sich, dass der TVW in Fellbach so stark auftritt und dann eine Woche später in eigener Halle gegen Grafing so viele Probleme hat?

Schlecht: Fellbach hatte uns nicht ernst genommen. Das war zusätzliche Motivation für uns. Außerdem hatten wir keinen Druck. Ganz anders am Samstag. Da mussten wir. Und damit hatten wir unsere Probleme. Wir waren zu ängstlich. Der Gegner musste kein Risiko gehen, weil wir viel zu viel mit uns zu kämpfen hatten.

Sechs der letzten neun Spiele finden in eigener Halle statt. Können die Fans noch zu einem Faktor werden?

Schlecht: Na klar, darauf bauen wir. Wir haben schon in der 3. Liga in unserer Halle die eine oder andere Sensation geschafft. Das muss uns jetzt auch gelingen.


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