Musikalische Grenzgänger öffnen Horizonte

Kultursommer  Abschlusskonzert vor 140 Zuschauern auf der Burg Gleiberg

Peter Herrmann und Nidia Ortiz aus der Dominikanischen Republik gehören zu den Künstlern, die das Abschlusskonzert des Mittelhessischen Kultursommers auf Burg Gleiberg gestalten. (Foto: Mattern)
Dago Schelin kommt aus Brasilien, hat aber deutsche Wurzel . (Foto: Mattern)
Sänger Tony Clarke aus den Vereinigten Staaten hat den Blues. (Foto: Mattern)
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Rund 140 Besucher auf dem Burghof waren an diesem schönen Sommerabend restlos begeistert. Der Gleibergverein als Veranstalter konnte auf die Unterstützung durch den Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK) zählen.

Neben der vierköpfigen Stammformation von „Crossing Over“ gestalteten weitere Musiker dieses spezielle Programm für den Kultursommer mit. Künstler aus aller Welt waren einbezogen. Mit dem neuen Weltmusik-Projekt unterstrichen die Akteure das Motto des Kultursommers, „Wir bringen Kultur ins Land“ auf beeindruckende Weise.

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Künstler aus aller Welt zu Gast in der Region

Leider musste mit dem krankheitsbedingten Ausfall von Fallou Sy auf den musikalischen Botschafter aus dem Senegal verzichtet werden. Lieber wäre es diesem Gast sicherlich gewesen, in das Lied von Tony Clarke, „I don’t need no doctor“, mit einzustimmen.

Tony Clarke kommt aus den Vereinigten Staaten und hatte die ganze Aufmerksamkeit des Publikums nach der Eröffnung durch Andreas Jamin (Posaune), Moritz Weissinger (Schlagzeug), Gerd Stein (Gitarre) und Peter Herrmann (Bass). Sie haben in den unterschiedlichsten musikalischen Genres ihre Heimat, kommen aber immer wieder zu gemeinsamen Projekten zusammen.

Mit „Hard to handle“ und „Don’t change horses“ war der Bluesband-Sänger und Bandleader von Tony Clarks „Killing Time“ auf der Bühne vertreten und verriet dem Publikum noch, was er Sonntagsmorgens am liebsten tut: „I’ m gonna go fishing“. Dago Schelin, ein Gast aus Brasilien, entschuldigte sich, dass er nicht dem erwarteten brasilianischen Aussehen entsprach, aber das läge an den deutschen Wurzeln.

Vielleicht klang deshalb sein Vortrag „Kommt ein Vogel geflogen“ so überzeugend.

Der Sänger und Gitarrist hat aber auch mit dem Produzenten Peter Herrmann bereits CDs mit deutschen Volks- und Kinderliedern aufgenommen. Doch es ging auch brasilianisch, mit ausdrucksstarkem Gesang und „Samba da minha terra“, einem Stück mit der Botschaft, „Wer keine Samba mag, ist kein guter Mensch“.

Entwicklung braucht Klima der Offenheit

Wie meinte eine männliche Stimme aus dem Publikum: „Sie braucht eigentlich nicht zu singen.“ In der Tat eine Augenweide und ein besonderes Glanzlicht war Nidia Ortiz aus der Dominikanischen Republik.

Mit Charme und ausdrucksstarker Gestik holte sie das Flair der Karibik mit türkisblauem Wasser und weißen Stränden in den mitteleuropäischen „Möchtegernsommer“.

„Crossing Over“ die Grenzgänger sorgten für ein besonderes musikalisches Ereignis, das keinen Zweifel am Bekenntnis der Akteure ließ: Vielfalt verbindet und Kunst braucht Offenheit, um sich entwickeln zu können.


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