Nadeln können Blockaden lösen

TELEFONAKTION Dr. Sabine Hargarter-Kornder beantwortet Fragen zur Akupunktur

Zur Verfügung stand den Anrufern Dr. Sabine Hargarter-Kornder, Spezialistin für Akupunktur, traditionelle chinesische Medizin (TCM) und Notfallmedizin in Wetzlar.

Ob Akupunktur bei wiederkehrenden Schmerzen im Rücken, die bis ins Bein ausstrahlen, etwas bewirken könne, fragte eine Anruferin aus Braunfels. Die 84-Jährige hat es bereits mit Medikamenten, Krankengymnastik und Cortison probiert.

In der Tat könne man da lokal etwas tun, meinte Dr. Hargarter-Kornder. Bei der Akupunktur würden bestimmte Punkte mittels Nadeln stimuliert, um Blockaden der auf Meridianen fließenden Körperenergie aufzuheben und damit Rückenschmerzen zu bessern. "Es bestehen gute Chancen, den Schmerz zu lindern und die vorhandenen Entzündungen zu hemmen."

Gleiches galt auch für eine Leunerin. Die 42-Jährige leidet unter Arteriitis temporalis, einer entzündlichen Erkrankung des Formenkreises einer Arterie in der Schläfe, die plötzlichen und sehr unangenehmen Kopfschmerz nach sich zieht.

Unter Gürtelrose vom Kopf bis über die linke Gesichtshälfte mit überempfindlicher Haut leidet eine Hüttenbergerin, 84 Jahre alt.

Auch hier bei diesem Nervenschmerz könne man mit den Nadeln eine Besserung erreichen - übrigens ganz unabhängig davon, an welcher Körperstelle sich die Gürtelrose entwickele, wies die Expertin hin.

Meist nachts hat eine 73-jährige Haigererin Schmerzen in den Beinen, nachdem sie schon mehrere Operationen hinter sich hat. Sie sei bereits beim Orthopäden und beim Gefäßchirurgen gewesen.

Man könne nicht ad hoc sagen, ob die Akupunktur hier hilfreich sei, antwortete Dr. Hargarter-Kornder. Eine Diagnostik im Hinblick auf die TCM könne aber entsprechende Störungen erkennbar machen, die dann angegangen werden könnten.

Auch einem 45 Jahre alten Anrufer aus Aßlar mit sogenanntem Tennisellbogen, der schon einiges ausprobiert hatte, mochte die Expertin keine Versprechungen machen. "Dennoch besteht eine etwa 60:40 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es besser wird". Manche Patienten seien nach sechs Sitzungen schmerzfrei, bei manchen werde es besser und bei wieder anderen halte sich der Schmerz hartnäckig.

Über Schlafstörungen klagt eine Leunerin mit Diabetes Typ2 und nachts aufkommendem Heißhunger.

Zunächst müsse ein Patientengespräch (Anamnese) versuchen zu klären, woher das Problem stammen könne, versuchte die in einer Praxis am Wetzlarer Klinikum tätige Medizinerin weiter zu helfen. Im vorliegenden Fall weise viel darauf hin, dass ein bestimmter Meridian gestört sei.

Mit Morbus Bechterew plagt sich ein Dillenburger, 67 Jahre, herum. Je nach Körperlage, insbesondere des nachts, verspüre er ein lästiges Kribbeln in den Händen und Schmerzen der Halswirbelsäule.

Akupunktur hilft auch auf dem Weg zum Nichtraucher

Es könne sein, dass sich bei einer durch die Krankheit verursachten besonderen Körperhaltung die Muskulatur im Bereich der Halswirbelsäule verkrampfe und Nervenausfälle mit entsprechendem Kribbeln die Folge sei, zog die Expertin in Betracht.

Die Methoden der TCM und vor allem auch Wärmebehandlungen könnten durchaus Erfolg versprechen.

"Hilft die Akupunktur, wenn man mit dem Rauchen aufhören will?", wollte ein Anrufer aus Wetzlar wissen, dessen 66-jährige Frau aufhören möchte.

Es gebe keine Nadel, deren Anwendung dafür sorge, dass Zigaretten nicht mehr schmecken, aber man könne die Entzugssymptome wie Schlafstörungen, Nervosität oder Schwitzen lindern, machte die Expertin deutlich. Es müsse aber der Wille aufzuhören vorhanden sein.


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