Natur rund um Bermoll entdecken

WANDERUNG "Dorfgemeinschaft" unternimmt Exkursion mit Pflanzenexperten Mahn

Zu einer botanischen Wanderung hatte der Verein "Dorfgemeinschaft Bermoll" eingeladen. (Foto: privat)

Jetzt stand eine botanische Wanderung in der Gemarkung Bermoll unter Leitung von Detlef Mahn vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf dem Programm.

Los ging es an der "Dicken Linde" am Ortsrand. Unter dem Naturdenkmal erläuterte Mahn die Besonderheiten dieser Baumart. Danach galt die Aufmerksamkeit den Pflanzen auf den Wiesen und Viehweiden. Im Anschluss führte die Strecke durch den Ort, wo am Hang oberhalb des alten Ortskerns artenreiche Spezies auf Magerrasen und Schieferuntergründen zu finden sind.

Mahn erklärte als Kenner der heimischen Flora den Aufbau der Blütenstände und Blattanordnungen, wies auf verschiedene Sukkulenten, seltenere Exemplare wie den Sandmohn und das bunte Vergissmeinnicht, das Mausohrhabichtskraut und Becherflechten hin.

Neben diesen teils unscheinbaren Gewächsen gab es am Waldrand und auf feuchten Wiesen teils üppige Blütenpflanzen zu entdecken. Am Waldrand und im Gebüsch begegneten den Teilnehmern die rundblättrige Glockenblume, der Zwiebelzahnwurz und das Schattenblümchen neben bekannten Arten wie Schlüsselblume, Waldmeister und Maiglöckchen, während in den Feuchtwiesen die Herbstzeitlose mit ihrem im Frühjahr ausgebildeten Fruchtstand angetroffen werden konnte sowie das Mädesüß und der Schlangenknöterich, in Bachnähe die Waldsimse.

Der Höhepunkt war ein Wiesental mit einer geschützten heimischen Orchidee, dem Breitblättrigen Knabenkraut. Diese Art mit ihren breiten und bräunlich-violett gefleckten Laubblättern bildet einen von dunkelvioletten Blüten umstandenen Stängel aus.

Schlangenknöterich und Knabenkraut

Insgesamt gab Mahn Erläuterungen zu über 50 verschiedenen Blütenpflanzen. Dabei war es interessant für die Teilnehmer, die Unterschiede zwischen verschiedenen Hahnenfuß-, Wegerich- oder Labkrautarten kennenzulernen.

Durch den Wald am Buchenberg ging es zurück zur "Dicken Linde". Dort dankte der Vorsitzende des Vereins, Manfred Killmer, zum Abschluss dem Referenten für seine interessanten Ausführungen und überreichte ihm für seine aufschlussreiche Führung ein etwa 100 Jahre altes Bestimmungsbuch sowie mehrere altgerahmte antiquarische Stiche von Blütenpflanzen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. (red)


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