Neubau steht auf 280 Betonpfählen

UNTERNEHMEN Sommerlad investiert 7,5 Millionen im Schiffenberger Tal / Eröffnung für Herbst geplant

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sprach beim Richtfest für den neuen Somit-Markt in Gießen von einem „Zeichen für das Wachstum der Einkaufsstadt Gießen“. Geschäftsführer Frank Sommerlad (kleines Foto) stellte die Eröffnung im Herbst in Aussicht. (Fotos: Docter)

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Wie Geschäftsführer Frank Sommerlad ausführte, hatte sich unter der Erdoberfläche des Geländes jahrzehntelang der Tagebau der Firma Gail befunden. „Wir standen hier quasi auf Luft“, beschrieb er die Verhältnisse vor Baubeginn. Um dem Untergrund die nötige Stabilität zu verleihen, seien unter anderem 280 Betonpfähle mit bis zu 28 Metern Länge in den Boden gerammt worden.

An hohe Kräne, die für manch verwunderten Blick vorbeikommender Autofahrer oder Passanten gesorgt hätten, erinnerte sich Sommerlad. Auch für ihn persönlich war es ein besonderer Tag. Habe er doch 1993 in Wettenberg das allererste „Somit“-Geschäft gegründet, „es war mein erstes Projekt, mit gerade mal 26 Jahren“, blickte er zurück. 1999 war man dann mit „Somit“ ins Haupthaus der „Möbelstadt Sommerlad“ in Gießen gezogen. Doch dort sei es in den vergangenen Jahren „etwas eng geworden, denn Möbel brauchen Platz“, berichtete der Geschäftsführer der Sommerlad-Gruppe, zu der auch „Somit“ gehört.

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Grabe-Bolz kann ich einen Seitenhieb auf die schwedischen Nachbarn in Wetzlar nicht verkneifen

Nach der voraussichtlichen Fertigstellung und Eröffnung im Herbst dieses Jahres stehen im Schiffenberger Tal – genauer gesagt in der Pistorstraße, weniger als 200 Meter von der „Möbelstadt Sommerlad“ entfernt – auf zwei Etagen insgesamt 3600 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Die Fläche sei deshalb so großzügig bemessen, weil man 80 bis 90 Prozent der ausgestellten Möbel und dazugehörigen Produkte für die Kunden auf Lager „sofort verfügbar“ haben wolle, erläuterte der Geschäftsführer. Für das Warenlager sind 7750 Quadratmeter vorgesehen. Das gesamte Baugrundstück, auf dem noch reichlich Parkplätze angelegt werden sollen, misst 11 500 Quadratmeter. Zudem entstehen 25 neue Arbeitsplätze und drei Stellen für Auszubildende. Insgesamt investiert die Sommerlad-Gruppe 7,5 Millionen Euro am neuen Standort.

Die Leistungen der Baufirmen und -arbeiter sowie Planern nötigten auch Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) Respekt ab. „Was hier in weniger als einem Dreivierteljahr entstanden ist, ist schon enorm.“ Dem „Traditions-und Familienunternehmen“ bescheinigte sie, mit dem Neubau „ein Zeichen für das Wachstum der Einkaufsstadt Gießen“ zu setzen. Gleichzeitig zeige dies, dass sich das Unternehmen „von einem schwedischen Mitbewerber in der Nähe nicht beirren lässt“. Damit meinte die Rathauschefin natürlich die vor wenigen Monaten in Wetzlar eröffnete Ikea-Filiale, für deren Ansiedlung eine Zeit lang auch Gießen im Gespräch war.

Ein Sonderlob von Grabe-Bolz gab es für die hohe Zahl von Auszubildenden bei Sommerlad. Dort sind kürzlich 29 neue hinzugekommen, der „Somit“-Neubau sorgt für drei weitere. „Damit zeigen Sie Verantwortung auch für die junge Generation“, betonte die OB.

An Kai Laumann von der gleichnamigen Baufirma war es dann, den Richtspruch aufzusagen und sein Sektglas laut zersplitternd auf den Boden zu werfen – Tradition bei einem Richtfest. (fod/ga)


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