Neues Kesselhaus kostet zehn Millionen Euro

"Mit Volldampf voraus"
Anhang : red.web_6f2e6f390db1941a6e1c294efa0e6af0
Anhang : red.web_68ae456de638d2f761c2411b860d6c95
Bild 1 von 2

Entstanden ist innerhalb der kurzen Bauzeit ein komplettes Haus mit drei Kesseln, deren jeweilige Leistung 17 Tonnen Dampf pro Stunde beträgt. Die Anlage ersetzte ein 35 Jahre altes Kesselhaus, das die Anforderungen an die Energieeffizienz nicht mehr erfüllte. "Hier wird Dampf erzeugt, der für die pharmazeutischen Prozesse am Standort benötigt wird", erklärte Betriebsingenieur Markus Stertmann bei einer Führung durch die neue Anlage. Mit dem dort erzeugten Dampf werden beispielsweise Medikamente und Apparaturen sterilisiert.

"Mit unserer Investition unterstützen wir nachhaltig die Energiewende"

Dem verwirklichten Konzept liegt laut Pharmaserv die Maxime zugrunde, Dampf möglichst nur noch in Prozessen zu verwenden, die eine entsprechende Energiedichte verlangen. Untergeordnete Wärmebedarfe, wie Heizungen, werden daher sukzessive auf Heißwasser als Wärmeträger umgestellt, das in dezentralen Blockheizkraftwerken erzeugt wird. Das erste Blockheizkraftwerk dafür wird im November in Betrieb gehen. "Mit unserer Investition unterstützen wir nachhaltig die Energiewende", betonte Janssen.

Das würdigte auch Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch, der an der feierlichen Einweihung des neuen Kesselhauses teilnahm: "Energie istlebenswichtig für eine moderne Gesellschaft. Wir müssen deshalb in Europa einen nachhaltigen, sicheren und wettbewerbsfähigen Zugang gewährleisten", sagte der Minister. Er sehe die Zehn-Millionen-Euro-Investition als wichtigen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung und als klares Bekenntnis zum Standort. "Das neue Kesselhaus wird, davon bin ich überzeugt, entscheidend dazu beitragen, die Energieeffizienz zu erhöhen und die Versorgungssicherheit zu stärken." Auch architektonisch sei das Gebäude gelungen, ergänzte Rentsch und nannte es "eine tolle Hütte".

Rentsch betonte zudem die herausragende Stellung der pharmazeutischen Industrie in Hessen, die im Jahr 2011 mit 10,4 Milliarden Euro ein Viertel des gesamtendeutschen Pharma-Umsatzes erwirtschaftete und rund 19 000 Menschen beschäftigt. Der Unternehmensstandort Behringwerke Marburg bietet rund 4 500 Mitarbeitern in 16 Unternehmen Arbeitsplätze.

Oberbürgermeister Egon Vaupel lobte die Investition, die zeige, dass Pharmaserv Vertrauen in den Standort Marburg setze. "Zehn Millionen Euro investiert man nur dann, wenn man Planungssicherheit für die Zukunft hat und die verspreche ich Ihnen für Marburg", so Vaupel. Die Behringwerke seien das wirtschaftliche Herz der Stadt, das neue Kesselhaus das energetische Herz des Pharmastandortes.

Das neue Kesselhaus ist der Hauptbestandteil des Projektes "Wärmeversorgung und zukunftsweisende Energien" von Pharmaserv. Weitere kurz- und mittelfristige Maßnahmen sind die Isolierung des rund ein Kilometer langen Dampfnetzes und der Bau von weiteren Blockheizkraftwerken.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet