Nicht immer ist Operation nötig

DIREKTER DRAHT Dr. Sabine Neuß beantwortet Fragen rund um Gefäßerkrankungen

Seit Jahren habe sie Probleme mit dem Unterschenkel, klagte eine 51 Jahre alte Frau aus Bad Emsbach. Sie habe ein Gefühl, wie wenn ein Kniestrumpf zu eng sitzen würde oder das Bein eingeschlafen sei. Neurologisch sei das im vergangenen Jahr abgeklärt worden und das sei von den Nerven her in Ordnung. Es könnte eventuell eine Wahrnehmungsstörung sein, sagte die Frau. Ihr Hausarzt meinte, es seien keine Durchblutungsstörungen.

Die Beschwerden habe sie nicht beim längeren Laufen oder Gehen. Am schlimmsten sei es in der Ruheposition. Der Unterschenkel schwelle nicht an, sagte die 51-Jährige auf Nachfrage der Ärztin.

Die Krampfadern und Venen sollte sie mal untersuchen lassen, riet Neuß. Sie habe keine sichtbaren Krampfadern, meinte die Frau. Die müsse man nicht äußerlich sehen können, die lägen etwas tiefer, meinte die Medizinerin. Es sei ein Ansatz, zu schauen, ob im Unterschenkelbereich die Venen nicht mehr in Ordnung sind.

Ein Gefäßchirurg könne das mit einer Ultraschalluntersuchung überprüfen. So hätte sie eine gewisse Klarheit. Ein erster Schritt bei einer Venenerkrankung sei, dass man Kompressionsstrümpfe tragen soll. "Es ist nicht so, dass man gleich unter dem Messer landet", beruhigte Dr. Neuß.

Eine 70-Jährige Frau aus Dillenburg sagte, dass sie bei einer Knieoperation im April ein neues Gelenk bekommen habe. Nun habe sie bei beiden Füßen bis zum Gelenk hoch Taubheitsgefühle. Sie sei deshalb bei einem Internisten gewesen und habe sich durchmessen lassen, weil sie Angst gehabt habe, eine Thrombose zu bekommen. Da sei aber alles frei gewesen.

Auch die Venen seien in Ordnung gewesen und sie habe keine Krampfadern. Beim Gehen habe sie keine Probleme, nur das Taubheitsgefühl sei ein ständiger Begleiter. Sie sei auch bei einem Orthopäden gewesen, der ihren Rücken untersucht habe.

Der habe gesagt, es könnte vom Rücken her kommen. Im Moment macht die Frau eine Reha und nächste Woche wolle ein Osteopath nach ihr schauen.

"Das ist sicherlich eine gute Adresse", sagte die Medizinerin. Wenn sie normal laufen könne, dann sei es keine Durchblutungsstörung.

Bei dem Osteopath sei sie sicherlich richtig, zumal der ein wesentlich breiteres Ansatzfeld habe. Er sehe ganzheitlichere Verbindungen bei solchen Beschwerden.

Ein 74-jähriger Mann aus Wetzlar sagte, er sei beim Kardiologen gewesen und man habe ihm einen Katheter gesetzt und nun sei die Hauptschlagader geschwollen und zwar auf 4,2 Zentimeter im Brustbereich.

Jährliche Kontrollen, wenn Hauptschlagader geschwollen ist

Das müsse man regelmäßig kontrollieren, sagte Neuß. Wenn die Hauptschlagader im Brustbereich sich aufweitet und wenn sie gegen fünf bis sechs Zentimeter geht, dann sei das etwas, was die Herzchirurgen versorgen müssen.

Wenn das etwas über vier Zentimeter ist, dann müsse das jährlich kontrolliert werden. Das könne man mit Schichtaufnahmen im Computer machen.

Wenn man das jährlich kontrolliere, verpasse man nichts.


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