Nicola Beer fordert größere Risikobereitschaft

LIBERALE Deutsche müssen sich wieder mehr zutrauen und ihr Leben selbst in die Hand nehmen

Gemeinsam gegen die Wagenburgmentalität (von links): Andrea Kraup (FDP-Bezirksvorsitzende) mit Sohn Anton, Dr. Matthias Bürger, Prof. Ernst Rauterberg (FDP-Ortsvorsitzender Dillenburg), Nicola Beer und Carsten Seelmeyer. (Foto: Jung)

Das Bild des zaudernden, zögernden Deutschen ist im Ausland unter dem Begriff der "German Angst" weit verbreitet. Dem sagt die FDP neuerdings den Kampf an und wirbt mit "German Mut". Deutschland sei "schockgefrostet".

Es gelte, nicht nur politisch für mehr Risikobereitschaft zu werben. Die Deutschen müssten sich wieder mehr zutrauen und ihr Leben selbst in die Hand nehmen. "Wenn ich Menschen stark machen will, muss ich für mehr Qualifikation und die weltbeste Bildung und das ein Leben lang sorgen", sagte Beer. Deutschland müsse sich fragen, warum das Land der Dichter und Denker und der Tüftler und Erfinder im internationalen Vergleich hinterherhinke. Es müsse früher - in den ersten Lebensjahren der Kinder - in Bildung investiert werden. Und auch die Bezahlung von Lehrern müsse überdacht werden. "Warum verdient eine Eins-A-Grundschullehrerin weniger als ein Lehrer, der in der Oberstufe unterrichtet? Und warum wird im Bereich Bildung nicht nach Leistung bezahlt?", fragte Beer, die überzeugt davon ist, dass sich Leistung auch bei Lehrkräften messen lässt.

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Digitale Zukunft nicht verschlafen

Ein weiterer Bereich, in dem die Liberale Mut statt Zaudern fordert: Die Digitalisierung. Diese schreite nicht evolutionär sondern revolutionär fort. "Wir müssen die Entwicklung mitgestalten, damit sie nicht über uns hereinbricht und damit aufhören, ein technologiefeindliches Land zu sein", erklärte sie. Zum "FDP-Pur-Leben" gehöre auch, Kompass für Freiheit und Verantwortung in allen Lebensbereichen zu werden. Der demografische Wandel könne nur durch eine gesteuerte Zuwanderung aufgehalten werden. Verständnis äußerte Beer auch für jene Flüchtlinge, die zwar nicht politisch oder religiös verfolgt werden, aber aufgrund der Umstände im Heimatland keine Zukunft für ihre Kinder sehen. Das umständliche Asylverfahren stehe einer legalen Zuwanderung für Menschen mit Qualifikationen im Weg.

Dem Freihandelsabkommen "TTIP" stünden die Deutschen aufgrund von Fehl- und Teilinformation hysterisch gegenüber. Dabei öffne es Unternehmen neue Chancen. "TTIP" sei eine Chance für Menschen mit neuen Geschäftsideen. Nur wenn es Menschen gebe, die neue Wege beschritten und Ideen für neue Produkte und Erfindungen hätten, werde sich die Gesellschaft weiter nach vorne entwickeln.

Kreisvorsitzender Dr. Matthias Büger hatte die Gäste zuvor in den Räumlichkeiten der Villa Grün begrüßt und betont, dass es einen starken Bedarf an liberaler Politik gebe. "Wer liberale Politik will, muss das Original wählen", sagte er. Mut habe eine politische Heimat und die sei die FDP. Nach dem Schlusswort vom stellvertretenden Kreisvorsitzenden Carsten Seelmeyer bestand Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen ins (politische) Gespräch zu kommen und an einem von Seelmeyer geführten Rundgang durch das wirtschaftsgeschichtliche Museum der Villa Grün teilzunehmen. (uju)


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