Nur Operation kann Mys Leben retten

MEDIZIN Vietnamesin fehlt Geld für Behandlung

Im Alter von zwölf Jahren war bei dem in Da Nang lebenden Mädchen ein Tumor an der Wirbelsäule (Aneurysmatische Knochenzyste) diagnostiziert worden. Kurz darauf wurde My zweimal in der Klinik Cho Ray in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, operiert. Mehrfach wurden Knochenstücke durch einen Teil von Mys Hüftknochen ersetzt. Die dritte Operation war maßgeblich durch die Spenden aus Mittelhessen ermöglicht worden.

Nach zwei beschwerdefreien Jahren wurde bei der fleißigen Schülerin im Vorjahr bei einer Routineuntersuchung "erneut ein Tumor an der Brustwirbelsäule gefunden", sagt Oliver Egginger, ein Freund der Familie. Im Oktober 2013 habe die Operation im Cho-Ray-Krankenhaus  umgerechnet 25 000 Euro gekostet.

Mys Tante Tam, die jahrelang einen asiatischen Imbiss im Alten Wetzlarer Weg, direkt vor der Eisenbahnbrücke, betrieb, und ihr Ehemann Karl-Heinz Riedel, war es gelungen, noch einmal 15 000 Euro an Spenden aufzutreiben. 3000 Euro konnte Tam aus eigenen Ersparnissen beisteuern, weitere 7000 Euro brache der Verkauf eines bereits 2010 beliehenen Grundstücks ein. Alles zusammen deckte die Kosten.

Strahlentherapie soll Wachstum des Tumors zumindest verlangsamen

Doch nach ihrer Behandlung sei My vom Krankenhaus "quasi als Pfand" einbehalten worden, bis das Geld für ihre Behandlung einging, weiß Egginger. Bei der letzten Behandlung sei My ein künstlicher Wirbelknochen transplantiert worden. Insgesamt wurden drei Brustwirbel operiert. "Trotz dieser Umstände konnte My dieses Jahr die Schule mit der 12. Klasse als zweitbeste ihrer Klasse abschließen", freut sich ihre Tante. Jetzt möchte sie eine Lehre zur Friseurin machen, weil sie sich wegen ihrer Erkrankung ein Studium nicht zutraut.

Am 26. Mai diesen Jahres sei im Cho-Ray-Krankenhaus "erneut eine Wucherung an der Brustwirbelsäule" festgestellt worden, berichten Tam und Egginger. "Jetzt wäre eine vierte Operation notwendig." Aber Tam und ihre Familie haben sich finanziell längst völlig verausgabt. Mit den letzten 1000 Euro, die Tam noch von Spendern erhielt, bezahlt die Familie eine Strahlentherapie in Mys Heimatstadt. In der Hoffnung, dass der Tumor "langsamer wächst". Bei der vor sechs Wochen begonnenen Behandlung wird die junge Frau nur einmal pro Woche bestrahlt, weil sie mit Nebenwirkungen und Schmerzen zu kämpfen hat.

Gleichzeitig versucht Tam, weiter Geld zu sammeln. Nach Meinung der vietnamesischen Ärzte kann My nur durch eine weitere Operation geholfen werden. Die derzeitige Strahlentherapie sei unzureichend, "aber mehr kann sich die Familie nicht mehr leisten". Für eine erneute Behandlung müsse Mys Familie eine Anzahlung von umgerechnet 5000 Euro an das Krankenhaus leisten. "Ohne diese Zahlung verweigert das Krankenhaus die weitere Behandlung."

Willkommen sei neben Spenden jeder fachkundige Ratschlag und Hinweis auf eine möglicherweise kostenlose Behandlung. Egginger hat den Fall auf einer Internet-Seite ausführlich dargestellt: http://www.olivere.de/blogwiki-static/MyVietnam. Zu erreichen ist er unter oliver.egginger(at)olivere.de  per E-Mail.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2014
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet