Offizieller Spatenstich für das neue DGH in Nanzenbach

Mit großer Freude packten Bürgermeister Michael Lotz, die Mitglieder des Arbeitskreises und weitere Gäste dafür jetzt die Spaten aus. Das größte Bauprojekt der Dorferneuerung soll Ende 2017 fertiggestellt sein. Insgesamt investiert die Stadt Dillenburg rund zwei Millionen Euro in den Standort, an dem eine Mehrgenerationenbegegnungsstätte entstehen soll.

Nach einer langen Planungs- und Konzeptphase hat sich die zeitintensive Arbeit des Arbeitskreises und der Verwaltung gelohnt. Die ersten Vorüberlegungen gab es bereits zu Beginn der Dorferneuerung vor fünf Jahren. Um für den Umbau des Komplexes Feuerwehrgerätehaus/Dorfgemeinschaftshaus/Turnhalle eine Förderung des Landes erhalten zu können, erstellte der Verein "Nanzenbach!Das Dorf e. V." für die zuschussgebende WI-Bank eine Machbarkeitsstudie zur langfristigen Auslastung und zu den Unterhaltungskosten der Gebäude. Anschließend fand ein Architektenwettbewerb statt, sodass in 2015 die Planung beginnen konnte. Auf dieser Grundlage stellte die Stadt im Sommer 2015 den Förderantrag und freute sich ein halbes Jahr später über den Bewilligungsbescheid in Höhe von 460.000 Euro. Die Turnhalle sowie die Feuerwehr werden mit insgesamt rd. 50.000 Euro gefördert. Der Landeszuschuss wird über einen Zeitraum von drei Jahren verteilt. 2016 fließen 80 000 Euro, ein Jahr später 270 000 Euro und in 2018 noch einmal 110 000 Euro. Die Stadt Dillenburg stellt insgesamt rund 2,5 Millionen Euro für die Dorferneuerung zur Verfügung.

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Der Komplex des Dorfgemeinschaftshauses stand schon zu Beginn der Dorferneuerung, die noch bis 2018 läuft, im Fokus der Nanzenbacher. Das alte Gebäude ist bereits sehr in die Jahre gekommen und weist eine Menge von Mängeln auf. So regnet es regelmäßig durch die Decke, da das Dach nicht mehr dicht ist.

Durch etliche Eigenleistungen der engagierten Nanzenbacher wurden in den letzten Monaten schon einige Tätigkeiten durch den Verein durchgeführt. So räumten sie beispielsweise das Gebäude leer, entfernten die alte Küche und Decken. Mit Erhalt der Baugenehmigung im Mai stand dem Startschuss für den Umbau nun nichts mehr im Wege.

Nun wird die Einrichtung wieder auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Beispielsweise werden die Toilettenanlagen komplett erneuert, neue Fußböden verlegt, eine neue Küche eingebaut, die Fenster werden ausgetauscht, eine neue Heizungsanlage installiert sowie eine Wärmedämmung angebracht und ein neues Dach errichtet. Außerdem entstehen zusätzliche Lagerflächen. Neben den Modernisierungen soll auch eine Erweiterung des Gebäudes erfolgen. Geplant ist ein Bistro, das der Verein "Nanzenbach! Das Dorf" betreiben möchte. Die Sanierungsmaßnahmen werden von den Architekten Rüdiger und David Weil aus Nanzenbach geleitet.

Für das Präsidium des Vereins "Nanzenbach!Das Dorf e. V." hieß Hans-Gerd Bräuer die Gäste herzlich willkommen. "Was lange währt, wird endlich gut", so sein Credo an die Dorfgemeinschaft. Von Beginn an sei der Umbau dieses großen Gebäudekomplexes auf sehr großes Interesse gestoßen. Auch wenn nicht alle Planungsvorschläge 1:1 übernommen werden konnten, könne sich das Ergebnis doch mehr als sehen lassen. Er wünsche sich, dass das neue Dorfgemeinschaftshaus ein Anziehungspunkt werde für Besucher von nah und fern und dass alle Generationen von der Nutzung reichlich Gebrauch machen. Besonders dankte er der Arbeitsgruppe für ihren überwältigenden Einsatz. Bei den Eigenleistungen in den letzten Monaten seien zeitweise 15 Helfer gleichzeitig vor Ort gewesen. Ein ebenso großer Dank gelte Bürgermeister Michael Lotz, der immer hinter der Sache gestanden habe und den beiden Architekten.

Bürgermeister Michael Lotz sprach von einem Meilenstein für Nanzenbach. Ein Dorf brauche die Möglichkeit, zusammen zu kommen. Deswegen sei ein Dorfgemeinschaftshaus notwendiger Bestandteil dörflicher Infrastruktur und die Stadt käme ihrer Verpflichtung nach, diese zu erhalten. Er dankte der Stadtverordnetenversammlung, dass diese trotz der angespannten Haushaltslage die richtige Entscheidung getroffen habe. Großen Dank gelte aber auch den Nanzenbachern selbst, die mit etlichen Helfern bei Planung, Erstellung der Machbarkeitsstudie, Eigenleistungen und Unterhaltung dabei seien und der Förderbehörde für die gute Zusammenarbeit. Über den offiziellen Baustart freute sich auch Erster Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber: "Das Wir-Gefühl ist in Nanzenbach ist sehr groß". Er habe keine Sorge über eine fehlende Auslastung des Dorfgemeinschaftshauses. Dafür spräche sicherlich schon die rege Nutzung durch die elf aktiven Vereine im Ort. Solche Aufenthaltsmöglichkeiten müsse es im Dorf geben, sonst bestehe auch die Gefahr der Verödung von ganzen Ortschaften. Für den Bauablauf wünschte er alles Gute. Neben den kommunalen Vorhaben sind zwischenzeitlich auch 20 private Projekte mit einer Investitionssumme von rund 650 000 Euro angestoßen worden, wozu auch der Umbau der Kirchengemeinde am Kirchplatz zählt. Dafür wurden Zuschüsse in Höhe von 180. 000 Euro bewilligt.


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