Pferdeherpes - was können Sie für Ihr Tier tun?

Lahn-Dill-Kreis gibt Haltern Tipps und Informationen

Der Kreis gibt Tipps, wie Halter ihre Tiere vor dem gafährlichen OPferdeherpes schützen können. (Foto: Bergschwinger, LDK)

Verständlich, dass auch die Experten der Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Lahn-Dill-Kreises zu diesem Thema befragt werden. Es gibt keine Melde-, Anzeige- oder Impfpflicht und auch keine gesetzliche Grundlage für die Bekämpfung. Die Behörde kann keine Auskünfte über Krankheitsfälle geben - sie liegen schlicht nicht vor.

Bei Anrufen besorgter Pferdehalter kann "das Veterinäramt" - die Behörde des Lahn-Dill-Kreises mit Sitz in Herborn - daher nur mit allgemeinen Tiergesundheitsratschlägen aushelfen.

Biosicherheitsmaßnahmen im Pferdestall haben das Ziel, die pathogenen Erreger im Stall und seiner Umgebung stetig zu verringern.

Übertragung direkt oder indirekt

Die Übertragung erfolgt direkt von Pferd zu Pferd oder indirekt über die Luft durch Aerosole aus Tropfen, die beim Husten und Schnaufen entstehen; über kontaminierte Gegenstände wie Halfter, Putzzeug, Eimer…, über Futter und Wasser, über Insekten, Tiere oder Menschen, über verschmutzte Einstreu, Urin und Kot, über medizinische Ausrüstung wie Spritzen, Handschuhe, Kittel, über Fahrzeuge

Landrat und der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber empfehlen folgende Maßnahmen:

- Quarantänestall, Absonderung von kranken Pferden,

- gemeinsames verpflichtendes Impf- und Entwurmungsmanagement (Impfung gegen EHV (equinen Herpesvirus) ist möglich);

- Personen-Management (Stallbetreiber, Mitarbeiter, Reiter, Besucher, Tierarzt, Schmied…), Personen, die schon in anderen Ställen waren neue, saubere Kleidung

- Personalschulungen (effektives Händewaschen oder Desinfizieren von Gegenständen und Stallungen); Schwarz-Weiß-System (erst die Gesunden füttern und misten, dann die Kranken);

- Hygienemaßnahmen wie Kleiderwechsel, Schuh- und Handhygiene, Desinfektionswanne am Ein- bzw. Ausgang

- Parkplatz nicht auf dem Hof

- gute Qualität des Futters, saubere und trockene Lagerung

- Einstreu unzugänglich in Entfernung zum Stall und zum Futter lagern

- Trecker, Schubkarren, Mistgabeln, Besen und andere Gerätschaften regelmäßig reinigen und desinfizieren

- Boxen bei Neubelegung desinfizieren

Kontakt beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema: Dr. Giuseppe Bosco, Fachtierarzt für öffentliches Veterinärwesen, Tel. 06441-407 7718, E-Mail: giuseppe.bosco(at)lahn-dill-kreis.de.


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