Podologen sind gefragt

Heilkunde  Es gibt große Unterschiede zur kosmetischen Fußpflege

Zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege muss man genau unterscheiden. Ersteres meint die Pediküre und dient der Pflege des gesunden Fußes. Dagegen geht es bei der medizinischen Fußpflege, der Podologie, um die nichtärztliche Heilkunde am Fuß. Ein Podologe übernimmt beispielsweise die Fußpflege bei einem Diabetiker, entfernt Hühneraugen und behandelt eingewachsene Zehennägel. (Foto: djd/Woerwag Pharma)

Ersteres meint die Pediküre, quasi das Gegenstück zur Maniküre, und dient der Pflege des gesunden Fußes. Es werden Nägel geschnitten und gefeilt, es wird gecremt und massiert. Nicht erlaubt ist das Entfernen und Behandeln von Hühneraugen, Druckstellen, eingewachsenen und verdickten Nägeln.

Diese und ein ganzes Bündel weiterer Maßnahmen bleibt dem Podologen vorbehalten.

Dank ihrer Ausbildung können Frank und Jobst Fascher Diabetikern bei der Fußpflege helfen

Der Begriff Podologie stammt aus dem Griechischen und beschreibt die nichtärztliche Heilkunde am Fuß. Die gesetzlichen Regelungen, welche das Berufsbild und die Ausbildung zur „Medizinischen Fußpflegerin“ beziehungsweise zum „Medizinischen Fußpfleger“ festschreiben, sind im Podologengesetz (PodG) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PodAPrV) geregelt. Das Berufsbild ist das jüngste in der Gruppe der bundesgesetzlich geregelten Gesundheitsfachberufe. Seit 2002 ist die Berufsbezeichnung „Podologe/Podologin“ und seit 2003 die Berufsbezeichnung „Medizinische Fußpflegerin/ Medizinischer Fußpfleger“ gesetzlich geschützt. Nur die Personen dürfen sich so nennen, die im Besitz einer staatlichen Erlaubnisurkunde zur Führung der Berufsbezeichnung sind. Die Maßnahmen von Podologen sind vielfältig und ergeben sich aus den Gebieten der Inneren Medizin (Diabetologie), Dermatologie, Chirurgie und Orthopädie. Sie umfassen präventive und kurative therapeutische Maßnahmen rund um den Fuß. Die meisten Podologen sind mit Kassenzulassung tätig, da Diabetiker mit Folgeschäden am Fuß im Sinne eines Diabetischen Fußsyndroms (DFS) – als bislang einzige Gruppe – von den Krankenkassen (gesetzlich wie privat) eine Heilmittelverordnung zur podologischen Komplexbehandlung vom Arzt erhalten können.

Eine solche podologische Praxis haben Frank und Jobst Fascher in der Uferstraße 13 in Dietzhölztal. Um sich Podologe nennen zu können, hat er an einer Privatschule eine dreijährige Ausbildung absolviert, die er selbst zu bezahlen hatte. Ähnlich wie Ärzte ist sein Berufsstand an ein Punktesystem gebunden, das heißt, es müssen jedes Jahr berufsspezifische Fortbildungsveranstaltungen besucht werden. Dabei geht es unter anderem um Hygiene und um die sterile Reinigung der Instrumente. Vor allem bei der Behandlung von Menschen mit Diabetes, bei denen Neuropathie oder Angiopathie (Gefäßleiden) diagnostiziert wurde, bedarf es dieser umfassenden Ausbildung.

Angesichts der vielen Diabetespatienten und der vielen alten Menschen, die medizinische Fußpflege benötigen, sind Podologen sehr gefragt und haben lange Arbeitstage. Auch die Praxis Fascher sucht Verstärkung. Vor diesem Hintergrund hofft Frank Fascher, dass Podologie so schnell wie möglich als Ausbildungsberuf anerkannt wird. (lu)


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