Propaganda und Pflege von Mythen

Die filmische Zeitreise reicht vom Kino als Ort nationalsozialistischer Selbstdarstellung mit Filmen wie "Jud Süß" als Propagandainstrumenten über die Streifen des Trümmerkinos der Nachkriegszeit, die einen Neubeginn markierten, bis zu den Heile-Welt-Filmen der fünfziger Jahre, zu den Kriegs- und Antikriegsfilmen in den Sechzigern sowie der Hitler-Welle in den Siebzigern, der Fassbinders und Reitz’ Heimatfilme gegenüberstanden.

Spielbergs "Schindlers Liste" in den Neunzigern nimmt ebenso breiten Raum ein wie Eichingers "Der Untergang" nach der Jahrtausendwende, und auch die nationale Mythenpflege, wie sie in Streifen wie "Das Wunder von Bern" betrieben wird, ist einer Untersuchung wert. Schultz und ihrem Buch, das sich auf hohem wissenschaftlichem Niveau bewegt und gleichzeitig durch Lesbarkeit überzeugt, ist es zu danken, dass gerade die letzten Jahrzehnte einer besonders kritischen Würdigung unterzogen werden, während es zum NS-Film an sich ja schon hinlänglich Untersuchungen gibt.


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