"Puls wird im Tagesverlauf stabil"

TELEFONAKTION Kardiologe Dr. Volker Spahn beantwortet Leserfragen am "Direkten Draht"

Häufig klagten die Leser dabei über hohen Blutdruck. So auch ein 80-jähriger Anrufer aus Sinn, der regelmäßig einen Blutdruck von 160/ 90 habe. Dieser würde trotz Einnahme entsprechender Bluthochdrucktabletten allerdings konstant bleiben. "Ihr Blutdruck ist etwas zu hoch, der Standardwert soll normalerweise bei etwa 140/ 90 liegen", stellt Spahn fest.

Er riet dem Rentner, sich bei dem behandelnden Kardiologen über eine Kombinationstherapie zu informieren. "Meistens hilft eine Substanz allein nicht, um den Bluthochdruck einzudämmen. Die Dosis dieser einen Substanz dann übermäßig zu erhöhen, ist allerdings nicht sinnvoll. Besser ist, man nimmt in niedriger Dosis eine zweite Substanz dazu."

Anzeige

Dass der Blutdruck bei älteren Menschen etwas ansteige, sei allerdings nicht ungewöhnlich. Ein 80-jähriger Angelburger suchte den Rat des Experten aufgrund seines niedrigen Blutdrucks, der sich besonders morgens bemerkbar mache. Hinzu komme dabei ein sehr hoher Puls, teilweise von über 90. Auf Nachfrage Spahns gab der Anrufer an, dass die Werte für Puls und Blutdrucks gegen Abend wieder normal seien.

"Ihre Blutdruckwerte von 140/69 sind ganz gut, da müssen Sie sich keine Sorgen machen", beruhigt der Internist. "Dass der Puls morgens etwas höher ist, ist ebenfalls normal. Diese Werte stabilisieren sich dann meist über den Tagesverlauf wieder."

Unter Herzkrämpfen, die seit 15 Jahren stechende Schmerzen verursachen würden, leidet eine 72-jährige Anruferin aus Wetzlar. Verschiedene Ärzte hätten bei ihr bereits ein Vorhofflimmern, hohen Blutdruck und hohe Fettwerte festgestellt. Dazu habe sie von Zeit zu Zeit Atemprobleme.

"Da kommen bei Ihnen natürlich viele Risikofaktoren zusammen", hält der Experte fest. "Ihre Symptome deuten auf eine mögliche Durchblutungsstörung hin." Er riet der Dame, bei ihrem Hausarzt ein Belastungs-EKG schreiben zu lassen, um mögliche Ursachen für die Herzkrämpfe zu finden.

Eine Anruferin aus Wetzlar erzählte, das ihre 87-jährige Mutter an einer Herzschwäche leide. Zusätzliche habe sie Probleme mit Wassereinlagerungen - auch in der Lunge. Trotz Entwässerungsmedikamenten sei die Seniorin immer wieder kurzatmig.

Auf die Frage, ob die Mutter der Anruferin zusätzliche Medikamente zur Entwässerung nehmen solle, antwortete Spahn: "Gerade im Alter ist das eine Gratwanderung. Bei zu vielen Entwässerungsmedikamenten verschlechtern sich die Nierenwerte rasch." Der Spezialist riet der Tochter der Betroffenen, ihre Mutter regelmäßig zu wiegen und bei einem zu hohen Wert die Dosis an Entwässerungsmedikamenten kurzzeitig zu erhöhen. Die weiteren Symptome der Patientin würden zudem für eine Rechtsherzschwäche sprechen, was im hohen Alter häufig ist.

Der Puls variiert zwischen 115 und 48: "Diese starken Schwankungen sind sehr ungewöhnlich"

Eine 61-jährige Frohnhäuserin klagte über starke Pulsschwankungen. Während ihr Blutdruck stets konstant bleibe, liege ihr Puls morgens bei einem Wert von etwa 115, abends bei etwa 48.

"Diese starken Schwankungen sind sehr ungewöhnlich", bemerkte der Kardiologe. Er riet der Anruferin, bei ihrem Hausarzt eine Basisuntersuchung vornehmen zu lassen, und etwa ihre Blutwerte überprüfen zu lassen. "Ihre Beschwerden müssen nicht durch das Herz bedingt sein, auch Blutarmut, Schilddrüsenprobleme oder eine Entzündung können diese Probleme verursachen", ergänzt der Fachmann.


Jetzt kostenlosen Probemonat sichern und unbegrenzt auf mittelhessen.de und in der News-App lesen!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet