RP bekämpft südamerikanische Wasserpflanze in Marburg

NATURSCHUTZ Die als Papageienfeder bekannte Pflanze ist womöglich infolge der illegalen Entleerung eines Aquariums in ein Rückhaltebecken gelangt

Vermutlich aus einem illegal entleerten Aquarium ist die invasive Papgeienfeder in ein Gewässer bei Marburg gelangt. (Foto: RP)

Die als Papageienfeder bekannte Wasserpflanze heißt eigentlich Brasilianisches Tausendblatt und ist eine beliebte Aquarienpflanze. Seit einiger Zeit breitet sich diese Pflanze allerdings massiv in einem Rückhaltebecken im Wald bei Marburg aus und entwickelt sich laut Regierungspräsidium (RP) zu einer Bedrohung für die dort vorhandene Artenvielfalt. Negative Folgen seien beispielsweise für den Wasserschlauch, eine seltene heimische Wasserpflanzenart der Roten Liste, zu beobachten. Das RP geht davon aus, dass die Pflanze bewusst in dem Gewässer ausgesetzt wurde - möglicherweise beim illegalen Entleeren eines Aquariums.

Eine seltene heimische Art erholt sich bereits

Das RP hat deshab im vergangenen Jahr begonnen, die invasive Wasserpflanze zu bekämpft. Die Maßnahme gegen die Papageienfeder habe seither erste Wirkungen gezeigt und soll nun in den kommenden Tagen wiederholt werden, teilt das RP mit. Beabsichtigt ist demnach, über die im letzten Winter festgelegten Probeflächen hinausgehend die Pflanze im größeren Stil zu beseitigen.

Dazu wurde bereits das Wasser abgelassen. Der abgesenkte Wasserspiegel soll eine sorgfältige und zielgerichtete Beseitigung der bruchempfindlichen Pflanze ermöglichen. Zudem ist beabsichtigt, durch die zusätzliche Kälteeinwirkung über das Winterhalbjahr hinweg eine Schädigung des Vorkommens zu erreichen.

Da ein Restbestand an Wasser im Teich bleibt, werden durch die Absenkung des Wasserspiegels keine heimischen Tier- und Pflanzenarten beeinträchtigt, so das RP. Zudem werde das Gewässer rechtzeitig zur Laichzeit der dortigen Amphibien im Frühjahr wieder aufgestaut.

Die Bekämpfung der Papageienfeder erfolgt in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde der Universitätsstadt Marburg, dem Forstamt Kirchhain sowie der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda.

Dass solche Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Papageienfeder wirken, hat sich laut RP bereits im vergangenen Sommer gezeigt. So habe sich der von der Papageienfeder bedrohte seltene Wasserschlauch auf der frei gewordenen Wasserfläche in dem Rückhaltebecken deutlich in seinem Bestand erholen können. (red)


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