Radfahren und Reiten im Wald

Im Herborner Stadtwald wurden illegal Trassen angelegt

Abseits der Holzabfuhrwege wurden im Herborner Stadtwald von Unbekannten, mitten durch den Waldbestand und zu schonender Flächen, mit viel Fleiß lange Trassen zum Befahren mit Mountainbikes angelegt (Foto). Teilweise wurden dabei Bäume beseitigt, Totholz abgeräumt, Sprungschanzen und überhöhte Kurven angelegt.

In §15 (3) Hess. Waldgesetz ist die Benutzung des Waldes durch Waldbesucher klar geregelt: "Radfahren, Reiten und Fahren mit Krankenfahrstühlen ist im Wald auf befestigten oder naturfesten Wegen gestattet, die vom Waldbesitzer oder mit dessen Zustimmung angelegt wurden und auf denen unter gegenseitiger Rücksichtnahme gefahrloser Begegnungsverkehr möglich ist."

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Abs. 6 dieses Gesetzes lautet: "Das Anlegen von Wegen ohne Zustimmung des Waldbesitzers ist unzulässig".

Radfahren ist auf den illegal angelegten Trassen daher verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Zudem auch eine große Gefahr für Leib und Leben. Im Wald, zumal wenn dieser mit dichtem Unterholz bestockt ist, wird Radfahren abseits der Wege zu einem lebensgefährlichen Sport. Nur per Zufall können dort Unfallopfer entdeckt und entsprechend spät Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden. Dann ist möglicherweise alle Hilfe zu spät.

Ruhebedürfnis der Tiere respektieren

Den besonderen Schutz des Gesetzgebers genießt auch die Lebensgemeinschaft der Tiere des Waldes, egal ob groß oder klein. Angesichts vieler in ihrer Art bedrohter Tiere sollte es eine Selbstverpflichtung aller Waldbesucher sein, das Ruhebedürfnis der Waldbewohner zu respektieren. Diesen besonderen Schutzstatus betonen auch die Naturschutzgesetze, sowie das Hessische und das Bundesjagdgesetz.


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