Reicht Ersparnis für ein Würstchen mit der Familie?

Versorgung  Weinbacher Gemeindevertretung senkt die Abwassergebühren, die Kosten für Frischwasser steigen

Für Trinkwasser müssen die Weinbacher tiefer in die Tasche greifen. (Archivfoto: Weihrauch/dpa)

Zum Jahresende lesen wir täglich von Haushaltssitzungen, von Beschlüssen, Einsparungen und Lobreden der einzelnen Städte und Gemeinden. Ob die veröffentlichten Zahlenwerke sich auch den Lesern erschließen, scheint mir sehr fraglich.

In Weinbach war unter anderem folgende Schlagzeile zu lesen: „Wasser rauf, Abwasser runter“. Das liest sich sehr gut und hört sich doch in der heutigen Zeit gut an. Doch ist das auch wirklich so?

In einem „Wassermonitor“ (www.ihk-hessen.de/themen/umwelt/wassermonitor) hat die IHK Hessen auch die Wasser- und Kanalgebühren verglichen. Demnach liegen die Wasser- und Abwassergebühren in Weinbach doppelt so hoch wie in Mengerskirchen. Das heißt, in diesem Vergleich steht die sehr rührige Gemeinde Mengerskirchen auf Platz 1 und Weinbach belegt leider den Platz 19.

Anhand der Beispielberechnungen der IHK wird besonders deutlich, was allein die Wasser- und Abwasserpreise ausmachen können für die Überlegung einer Ansiedlung von Gewerben. Besonders für Unternehmen mit höherem Wasserverbrauch ist dies ein wichtiger Standortfaktor.

Beim IHK-Monitor weit hinten

Wie viel Einsparungen der einzelne Zahler in der Gemeinde Weinbach nun spart, erschließt sich aus der Jahresabrechnung.

Ob die Ersparnis zu einem Würstchen mit der Familie reicht, mag ich infrage stellen.

Wäre die Schlagzeile in der Zeitung nicht besser gewesen: „Die Gemeinde Weinbach senkt den Abwasserpreis und verbessert sich deutlich in der Rangliste der IHK“.

Dieter Kühmichel, Weinbach


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