Reinhalteplan sorgt für dicke Luft in Limburg

INFRASTRUKTUR Die Industrie- und Handelskammer (IHK) kritisiert die Planungen ohne "abgestimmtes Verkehrskonzept"

Die IHK Limburg setzt sich in ihrer Stellungnahme zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Limburg mit den vorgesehenen Maßnahmen auseinander.

Als grundsätzlichen Mangel des Plans sieht sie, dass die angedachten Aktionen in die verkehrliche Entwicklung der eng verbundenen Städte Limburg und Diez eingreifen würden, ohne auf einem abgestimmten, beide Zentren berücksichtigenden Verkehrskonzept aufzubauen.

Eine leistungsfähige Infrastruktur und gute Erreichbarkeit sind für die IHK Limburg unverzichtbare Standortbedingungen für die heimischen Unternehmen. Daher fordert sie in ihrer Stellungnahme gegenüber dem hessischen Umweltministerium ebenso wie die IHK Koblenz, dass die Fortschreibung des Luftreinhalteplanes nicht ohne Berücksichtigung eines Verkehrskonzeptes vorgenommen wird.

Dass ein auf Landes- und regionaler Ebene abgestimmtes Verkehrskonzept für die beiden Zentren Limburg und Diez als Grundlage fehle, zeigen aus Sicht der IHK Limburg die Überlegungen des Luftreinhalteplans zur Sperrung der Bundesstraßenverbindung zwischen den beiden Städten. Da es noch keine geeignete Umgehung für die Bundesstraße B 54 zwischen Limburg und Diez gebe, solle bei einer vorgesehenen Lkw-Sperrung für die Diezer Straße (B 54) der entsprechende "Bundesstraßenverkehr" umständlich über ein nachgeordnetes Straßennetz geführt werden.

Die vorgesehenen Umfahrungswege seien jedoch wegen ihrer Infrastruktur weniger geeignet. Zudem nähmen der Verkehr und der Schadstoffausstoß insgesamt zu, nur eben woanders.

Alle Ebenen sollen zusammenarbeiten

Das Vernachlässigen einer benötigten Umgehung für die B 54 zwischen Limburg und Diez bringe auch die beiden benachbarten Städte in ein Gegeneinander: Diez befürchte jetzt zu Recht, dass seine wichtigste - durch Limburg führende - Bundesstraßenverbindung einschränkt werde. Und Limburg sehe seine Innenstadt durch den Verkehr aus Diez belastet.

Die "jeweils isolierte, nur auf die eigene Stadt bezogene Planung und Ansiedlungspolitik der beiden Städte" müsse im Interesse der heimischen Wirtschaft endlich abgelöst werden von einer gemeinsamen Verständigung und Planung - und zwar auf Landes-, Kreis- und Ortsebene, fordert die IHK Limburg. (red)


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