Rollerfahrer droht Gefängnis

Das Wetzlarer Amtsgericht quittierte die Promillefahrt mit einer sechsmonatigen Haftstrafe und Beschlagnahme des Zweirades.

Der ohne Verteidiger vor Gericht erschienene Frührentner, ein ehemals selbstständiger Handwerksmeister, gestand ganz kleinlaut seine wiederholte Trunkenheitsfahrt, die ihm bereits seit 2002 insgesamt vier Vorstrafen eingebracht hat.

Waren die ersten drei Vorfälle mit Geldstrafen geahndet worden, hatte das Gericht vor drei Jahren eine dreimonatige Bewährungsstrafe verhängt. Die Frist läuft im Oktober dieses Jahres ab.

Die schwere Erkrankung eines Familienmitgliedes habe ihn aus der Bahn geworfen, so dass er immer wieder bei Tiefschlägen zum Schnaps greife, schilderte der verheiratete Angeklagte die Motive seines übermäßigen Alkoholkonsums. Als er an dem Januarnachmittag alleine zu Hause gewesen sei, habe er sich auf den Roller gesetzt, um zum etwa zwei Kilometer entfernten Discounter zu fahren. Angeblich, um einzukaufen.

Betrunken erwischt

Eine Polizeistreife führte eine Routinekontrolle durch und stellte bei dem Rollerfahrer Alkohol in der Atemluft fest. Die anschließende Blutentnahme erbrachte einen Promillewert von über 2,1. Mit angeblich drei Flachmännern Cognac will der 55-Jährige an dem Tag auf diese hohe Blutalkoholkonzentration gekommen sein.

Amtsanwältin Sissy Reuschling sah keine Notwendigkeit für die Fahrt unter Alkoholeinfluss und erinnerte an die Eigen- und Fremdgefährdung. Ihrem Antrag folgend wurde der Angeklagte zu einer erneuten Bewährungsstrafe und einem dreimonatigen Fahrverbot verurteilt. Das Gericht zog den Roller ein, stellte dem Mann für die Dauer der dreijährigen Bewährungszeit einen Bewährungshelfer zur Seite und verlangte die unverzüglich Aufnahme einer ambulanten Alkoholtherapie, die dem Gericht nachzuweisen ist. Zähneknirschend akzeptierte der Angeklagte das Urteil, das Rechtskraft hat.


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