Rom sehen und fremd gehen

Woody Allens Europareise führt den Starregisseur in die ewig streitende Stadt
Der Lauscher an der Wand. Alec Baldwin sieht beim fremdgehenden Paar (Ellen Page und Jesse Eisenberg) das Unglück förmlich heraufziehen. (Fotos: Tobis)
Finger weg! Woody Allen gibt Penelope Cruz Regieanweisungen.
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Da gerät ein frisch vermählter Provinzler auf Hochzeitsreise in amouröse Turbulenzen mit der Verwandtschaft, und das Pärchen geht schneller fremd, als es sich träumen lässt.

Auch ein Architekturstudent, in dessen Liebeshändel sich ein alternder Stararchitekt (Alec Baldwin) mit der Dauerwarnung "Probleme im Anmarsch!" immer wieder einmischt wie einst Bogey in "Mach’s noch einmal, Sam", vermag sich den Reizen des anderen Geschlechts kaum zu erwehren.

Vom Schmunzeln über die Bigotterie der Welt changiert der Film zu einer Satire auf den Medienzirkus bei der Geschichte eines biederen Familienvaters (Roberto Benigni), der über Nacht zum Fernsehstar wird und ebenso schnell wieder in der Versenkung verschwindet. Hier lässt Allen seinen Akteuren zu viel Spielraum, hätte er den überschäumenden Humor der Darsteller in Schranken weisen sollen.

In der vergnüglichsten, voll Sprachwitz funkelnden Episode spielt Allen selbst einen verkannten Avantgarde-Regisseur und aus der Zeit gefallenen, glücklosen Talentesucher, der den nur unter der Dusche gesangsbegabten Schwiegervater in spe seines Sohns partout zu seinem Glück zwingen will.

Laufzeit: 112 Minuten; FSK: frei ohne Altersbeschränkung.


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