Ruhiges Jahr für Feuerwehr

EHRENAMT Gladenbach wählt, lobt Nachwuchs und schaut in die Zukunft

Bürgermeister Peter Kremer (r.) gratuliert der neuen Vorstandsriege (v. l.) Michael Kreide, Patrick Pfeifer, Carmen Kreide, Stefan Wagner und Jan Willms. (Foto: Piplies)

Ernst Velte-Menken (r.) vermachte seine Briefmarkensammlung. Die Alben nehmen Michael Kreide (l.) und Stefan Wagner entgegen. (Foto: Piplies)

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Das berichtete der stellvertretende Wehrführer Jan Willms in der Jahreshauptversammlung. Im abgelaufenen Jahr wurden die Feuerwehrleute zu  zwölf Bränden, 18 Hilfeleistungen sowie 13 Fehlalarmen gerufen. Insgesamt waren die Retter 978 Stunden im ehrenamtlichen Einsatz. Nicht mitgerechnet sind die Brandsicherheitsdienste - unter anderem beim Gladenbacher Kirschenmarkt - mit 477 Stunden. 739 Stunden verbrachten die Feuerwehrleute bei Lehrgängen, Seminaren und Schulungen. 1676 Stunden kamen bei den 45 regelmäßigen Übungen mittwochs und sonntags zusammen. Zusammengerechnet sind das 96 Arbeitswochen mit Achtstundentagen.

Aktuell hat die Gladenbacher Feuerwehr in der Kernstadt 50 Aktive. Drei von ihnen kamen kürzlich aus der Jugendwehr, die nun noch zehn Mitglieder zählt, wie der scheidende Jugendwart Niklas Kreide berichtete. Für ihn wählte die Versammlung einstimmig Stefan Wagner zum neuen Jugendwart. Da Wagner zuvor Kassenverwalter war, wurde der Posten ebenfalls neu besetzt - mit Carmen Kreide.

Neben Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr gibt es in der  Kernstadt 13 Mädchen und Jungs bei den Fire-Kids. Zu ihrem zehnjährigen Bestehen ist die Abteilung von fünf auf die aktuelle Mitgliederzahl angewachsen, erläuterte Betreuerin Sabine Baumann.

Horak: Das Thema Tagesalarmstärke wird die Diskussionen in den kommenden Jahren bestimmen

Neben Katharina Baumann konnte das Team mit Christiane Drha eine weitere Ausbilderin für die Fire-Kids gewinnen. Die Fire-Kids treffen sich alle 14 Tage im Stützpunkt in Gladenbach, um sich spielerisch mit der Feuerwehr zu beschäftigen. Das nächste Treffen ist am 26. November (14.30 bis 15.30 Uhr).

Die Fire-Kids lobte Stadtbrandinspektor Reiner Horak als gelungenes Vorbildprojekt der Nachwuchsarbeit mit den Jüngsten. Die Sorge um den Nachwuchs, gute Jugendarbeit und die Tagesalarmstärke werde die Diskussionen der Feuerwehren im kommenden Jahrzehnt bestimmen, betonte auch der Wehrführer.

Um die Zahl der Aktiven konstant zu halten, benötige die Kernstadtabteilung jedes Jahr ein bis zwei Neu- oder Quereinsteiger. Hier sei besonders die Politik gefragt, das nicht immer ungefährliche Ehrenamt der Feuerwehrleute zu fördern und zu belohnen.

Denn: Eine Berufsfeuerwehr könne sich Gladenbach nicht leisten. So gelte es, die Freiwilligen mit guter Ausrüstung und weiteren Vergünstigungen - zum Beispiel bei der Vergabe von Kindergartenplätzen für den Nachwuchs - zu unterstützten, forderte Kreide.

"Die Freiwillige Feuerwehr ist uns Politikern wichtig, wir haben gelernt, zwischen dem Verein mit seinen geselligen Veranstaltungen und der wichtigen Aufgabe der Einsatzabteilung zu unterscheiden", betonte Rathauschef Peter Kremer (parteilos).

Als symbolische Geste unterschrieb der Bürgermeister selbst einen Mitgliedsantrag und steuerte 50 Euro für ein neues Hohlstrahlrohr bei, das der Feuerwehrverein für 1250 Euro angeschaffte. Eine weitere symbolische Geste kam von Ernst Velte-Menken. Der Gladenbacher Stadtbrandinspektor der Jahre 1975 bis 1980 war nach Kassel gezogen und hatte Briefmarken zum Thema Feuerwehr gesammelt. Nun vermachte er die komplette Sammlung der Jugendwehr.


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