Russische Erfahrung

KIRCHE Evangelische Christen besuchen Tambow

(v.l.) Ernst von der Recke, Ariane Solms und (v.r.) Lothar Lippert, Monika Engel und Superintendentin Ute Kannemann begegneten unter anderem Priester Viktor Schalnew (3.v.l.) (Foto: privat)

Viktor Schalnjew, Priester der Lazaruskirche in der russischen Gebietshauptstadt Tambow, freute sich, als er die fünfköpfige Delegation aus Hessen mit Superintendentin Ute Kannemann (Lützellinden) zu einer festlichen Mahlzeit empfing: "Durch unseren Austausch bringen wir Menschen Frieden!"

Seit den neunziger Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen evangelischen Christen in Mittelhessen und den russisch-orthodoxen Christen, nicht sehr weit entfernt von der Grenze zur Ukraine. Über die humanitäre Hilfe hinaus entwickelten sich Freundschaften durch Jugendaustausch und Begegnung von Fachkräften, auch im Bereich von Medizin und Pädagogik.

Nach dem Besuch des Sonntagsgottesdienstes in der Tambower Kathedrale empfing Metropolit Feodosij die Gäste und berichtete, dass die orthodoxe Kirche in Russland zurzeit eine Wiedergeburt erlebe.

Erzpriester Igor Grudanov brachte die Sorge über die Zunahme der Gewalt in der Ukraine zum Ausdruck. Er meinte dabei nicht nur das Problem der Flüchtlinge - in Tambow gibt es zurzeit etwa vier- bis fünftausend, sondern auch die unterschiedliche Darstellung des Konfliktes in russischen und westlichen Medien. Vor diesem Hintergrund würdigte er umso mehr die Initiative der Wetzlarer Delegation, die Kontakte nach Russland aufrechtzuerhalten.

Belohnt wurden die Gäste durch viele Begegnungen.Der Priester Viktor Lisjunin, Historiker, Dozent und stellvertretender Direktor des Priesterseminars, hatte große Freude daran, ihnen die Geschichte des Ortes und der Kirche nahezubringen. Zufällig fand in der Zeit des Besuches das "Festival der deutschen Tage" statt. So hörten die Gäste ein Konzert im Rachmaninow-Haus und sahen eine Tanzvorführung der weltweit bekannten Gruppe Ivushka. Resümee der Besuchsgruppe: Russland ist anders, aber es ist uns nicht fremd.


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