Schach - das königliche Spiel

Paul Heilemann kommentiert eine Meisterpartie

Das Spieljahr 2014/2015 der Schachbundesliga stand aufs Neue im Zeichen der Weltklasseauswahl des Baden-Badener Großmeisterteams. Zum zehnten Mal in Folge eroberte Baden-Baden souverän den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters mit erdrückender Überlegenheit vor Werder Bremen und Hockenheim.

Der zehnte Meistertitel

Die hoch favorisierte Ausnahmemannschaft aus der badischen Kurstadt wies den beispiellosen Elodurchschnitt von 2742 auf! Gegen den lettischen Topgroßmeister Alexej Schirow hatte der für Rostock spielende polnische Legionär Szelag mit der um 300 Punkte schwächeren Elorating in der folgenden Partie keine Chance. Schirow, der gefürchtete Taktiker, widerlegt das Qualitätsopfer seines Gegners und entschärft den bedrohlichen Freibauern, der bis nach a2 gelangt war. Man beachte das brillante weiße Turmmanöver Ta1-a2-d2-d3-f3xf7, das die entscheidende Jagd auf den schwarzen König einleitet.

Französische Verteidigung Weiß: A. Schirow (Baden-B.) Schwarz: M. Szelag (Rostock)

15. BL-Runde, Baden-Baden 2015

1. e4 e6, 2. d4 d5, 3. e5 c5, 4. c3 Db6. (Schwarz nimmt den Kampf um den zentralen Punkt d4 auf.) 5. Sf3 Sc6. (Der Druck von Dame b6 auf Bauer b2 hindert Weiß, das Zentrum mit Le3 zu stützen.) 6. a3. (Ein populär gewordener Zug, der den Vorstoß b2-b4 plant.)

6.-, Sh6. (Mit der Idee Sh6-f5 den Druck auf Bauer d4 zu verstärken. Eine solidere Methode ist 6.-, c4, den Vorstoß b2-b4 zu verhindern und den Punkt b3 unter Kontrolle zu bringen.) 7. b4 cxd4, 8. Lxh6. (Weiß tauscht den wichtigen Läufer ab, zerstört aber die schwarze Bauernstruktur. Zugleich lässt Weiß den gegnerischen Aufbau 8. cxd4 Sf5, 9. Le3 g6 nicht zu.) 8.-, gxh6, 9. cxd4 Ld7, 10. Ta2. (Der Beginn eines außergewöhnlichen Turmmanövers mit dem Nahziel, mit Td2 den Bauer d4 zu decken.) 10.-, Tg8, 11. g3 Tg4, 12. Td2 a5, 13. b5. (Opfert den Bauern, da 13. bxa5 Sxa5 Schwarz die Initiative überlässt.) 13.-, Te4+, 14. Le2 Dxb5, 15. 0-0 Db6, 16. Ld3 Tg4, 17. Lxh7 a4, 18. Lc2 Da5, 19. Se1 Tg7, 20. Sg2. (Mit dem Ziel, nach Sg2-f4-h5 das starke Vorpostenfeld h5 zu besetzen.) 20.-, b5, 21. Sf4 b4, 22. Sh5 bxa3. (Für das Opfer der Qualität erlangt Schwarz einen bedrohlichen Freibauer.)

23. Sxa3 Lxa3, 24. Sxg7+ Kd8, 25. Td3! Lf8, 26. Tf3! (Wie eingangs skizziert, setzt Weiß den Weg auf die 7. Reihe fort, mit bedrohlichem Angriff auf den schwarzen König.) 26.-, Lxg7, 27. Txf7 Lh8, 28. Dg4! a3, 29. Th7 a2, 30. Dg8+ Kc7, 31. Dxe6! Td8. (Nicht 31.-, a1D, da Weiß in zwei Zügen matt setzen könnte: 32. Dxd7+ Kb6, 33. Db7 matt.) 32. Ta1 Sxd4. 33. Dd6+ Kc8, 34. Ld3 Sb5, 35. Tc1+ Sc7.

36. Txd7! (Weiß setzt den Mattangriff fort.) 36.-, Txd7, 37. La6+ Kb8. (Od. 37.-, Kd8, 38. Df8+ Se8, 39. Tc8 matt.) 38. Dxd7 Dxa6, 39. Dxc7+ Ka8, 40. Dd8+, Schwarz gab auf. (40.-, Ka7, 41. Tc7+ Kb6, 42. Dd6+.)


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