Schach - das königliche Spiel

Paul Heilemann kommentiert eine Meisterpartie

Die georgische Nationalmannschaft der Frauen hatte im chinesischen Chengdu die Teamweltmeisterschaft vor Russland und China gewonnen. Das kleine Land am Kaukasus mit zahlreichen Großmeisterinnen und Ex-Weltmeisterinnen gilt daher als Mutterland des Frauenschachs.

Europameisterschaft der Frauen

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Beflügelt vom jüngsten Erfolg wurde die europäische Einzelmeisterschaft der Frauen im georgischen Schwarzmeerbadeort Chakri unter idealen Bedingungen durchgeführt. 98 Teilnehmerinnen waren der Einladung gefolgt.

Neue Europameisterin wurde die Ukrainerin Natalja Zhukowa mit 9,5 Punkten (aus 11 Partien) vor Nino Batsiaschwili (GEO) und Alina Kaschinskaja (RUS). Beste deutsche Teilnehmerin war die Erfurterin Elisabeth Pähtz mit dem respektablen 15. Rang.

In der folgenden Partie kommt es zu einem Duell zwischen der künftigen Europameisterin und einer Rumänin. Isolier-Bauern schwächen die schwarze Bauernstruktur, worauf es zu einem reizvollen Zugzwangfinale kommt.

Königsindische Verteidigung

Weiß: Natalja Zhukowa (UKR)

Schwarz: Mihaela Sandu (ROM)

16. Frauen-EM, Chakri 2015

1. d4 Sf6, 2. c4 g6, 3. Sc3 Lg7, 4. e4 d6, 5. f4. (Der Vierbauernangriff soll mit dem mächtigen Bauernzentrum Weiß Raumvorteil sichern.) 5.-, 0-0, 6. Sf3 c5, 7. d5 e6. (Schwarz will die eingeengte Zentrumstellung auflösen.) 8. dxe6 Lxe6. (Laut Theorie gilt 8.-, fxe6 als besser mit der Folge 9. Ld3 Sc6, 10. 0-0 Sd4.) 9. Ld3 Lg4. (Schwarz weicht dem Angriff f4-f5 aus.) 10. h3 Lxf3, 11. Dxf3 Sc6. (Mit dem Ziel, den starken Punkt d4 zu besetzen.) 12. 0-0 Sd7. (In Betracht kommt sofort 12.-, Sd4, 13. Df2 a6, 14. f5 b5, 15. Lg5.) 13. Le3 Ld4. (Nach dem Abtausch der Läufer bleibt das Vorpostenfeld d4 dem Springer c6 erhalten.) 14. Tad1 Lxe3+, 15. Dxe3 Df6, 16. Lb1. (Eine solide Fortsetzung, im Vergleich zum scharfen 16. e5 dxe5, 17. Lxg6 fxg6, 18. Txd7.) 16.-, Tad8, 17. Tf2 Sb6, 18. b3 Tfe8, 19. Dg3 Sd4, 20. Tdf1. (Bereitet den Vorstoß f4-f5! vor.) 20.-, Sd7, 21. Sd5 Dg7, 22. f5! (Jetzt ist Schwarz mit dem Vorgehen f5-f6! konfrontiert.) 22.-, gxf5. (Nach 22.-, Se5 gerät Schwarz in eine kritische Lage: 23. Dg5! Kh8, 24. Sc7 Tf8, 25. f6!) 23. Dxd6 Kh8. (Nicht 23.-, fxe4?, weil Weiß nach 24. Txf7! Dxf7, 25. Txf7 Kxf7, 26. Dh6! eine Gewinnstellung erlangt.) 24. exf5 f6, 25. Kh1. (Ein vorbeugender Sicherungszug gegen Sd4-e2+.) 25.-, Te5, 26. Sc7 Df7, 27. Se6! Sxe6, 28. fxe6, Txe6. (Das Nehmen 28.-, Dxe6 verbietet sich, weil nach 29. Dxe6 Txe6, 30. Td2! der Sd7 in eine tödliche Fesselung gerät - es droht Lf5 und Tfd1.) 29. Dd5 De7, 30. Dxb7 Te2, 31. Df3 Txf2, 32. Dxf2 Tf8, 33. Td1 Te8, 34. Lf5 Sf8, 35. Td5 De1+. (Verhindert so weiteren Bauernverlust.) 36. Dxe1 Txe1+, 37. Kh2 Te5, 38. Txe5 fxe5, 39. Kg3 Kg7, 40. Kf3 Kf6, 41. Ke4 h5, 42. g4 h4, 43. Kd5 a6, 44. a3 a5, 45. Ke4.

Schwarz gab auf. (Verlust wegen Zugzwang!)


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