Schach - das königliche Spiel

Paul Heilemann kommentiert eine Meisterpartie

Für die Top10 der FIDE-Weltrangliste wurde mit der "Grand Chess Tour" (GCT) ein neuer Turnierzyklus eingeführt. Schauplatz der zweiten Etappe der neuen Turnierserie war Saint Louis mit dem Sinquefield-Cup- Der Wettbewerb war ein eltäres Kräftemessen der Extraklasse.

Elitärer Zehnkampf

Das Turnier endete mit dem überraschend klaren Triumph des armenischen Spitzenspielers, Großmeister Levon Aronjan. Er gewann mit sechs Punkten und verwies das hochkarätige Quartett: Giri, Weltmeister Carlsen, Vachier-Lagrave und Nakamura - alle punktgleich mit fünf Zählern - auf die Plätze. Mit den schwarzen Steinen feierte der Turniersieger bei der folgende Begegnung gegen den filippinischen Neo-Amerikaner Wesley So den Gewinn einer an taktischen Höhepunkten reichen Partie.

Anzumerken bleibt, dass es Weltmeister Carlsen nach seinem Fiasko in Stavanger nicht gelang, die Hackordnung wieder herzustellen.

Nimzowitschindische Verteidigung Weiß: Wesley So (USA) Schwarz: Levon Aronjan (ARM)

Sinquefield Cup, St. Louis 2015

1. d4 Sf6, 2. c4 e6, 3. Sc3 Lb4, 4. f3. (Gegenwärtig ist diese scharfe Sämisch-Variante wieder populär geworden und löst das bisher übliche 4. e3 ab. Es kommt schell zu farbigem Spiel.)

4. -, c5. (Lässt das folgende Vorgehen d4-d5 zu. Eine wichtige Alternative ist 4. -, d5, die den nachfolgenden Vorstoß e2-e4 verhindert.) 5. d5 0-0, 6. e4 d6, 7. Sge2 a6. (Bereitet den Nachstoß b7-b5 vor.) 8. a4 La5! (Eine hintergründige Idee, die b5 wieder ermöglicht.)

9. Ld2. (Folgerichtig erscheint 9. Sg3.) 9.-, exd5, 10. cxd5 Sh5. (Nun ist es für 11. Sg3 zu spät, das nun mit 11. -, Dh4! widerlegt werden kann.) 11. g3 Sd7, 12. Lg2 b5! (Der Bauernraub auf b5 ist für Weiß unbekömmlich: 13. axb5 axb5, 14. Sxb5? Lxd2+! 15. Kxd2 La6!) 13. g4 b4! (Schwarz hält die Initiative aufrecht.)

14. Sb1. (Nicht aber 14. gxh5, wegen 14. -, bxc2, 15. Lxc3 Lxc3+, 16. bxc3 Dg5, 17. 0-0 Dxh5.) 14. -, Dh4+! 15. Kf1. (Weiß hofft nach 15. , Shf6, 16. Dc1! Gegenspiel zu erlangen.) 15. -, Se5! (Für das Springeropfer bekommt Schwarz starkes Angriffsspiel: 16. gxh5 f5! 17. Le1 De7, 18. f4 fxe4, 19. Sd2 Lg4!)

16. Le1 Df6, 17. gxh5 Sxf3, 18. Lf2 Lg4, 19. Dc1. (Widerstand war eher mit 19. Sd2 Sd4, 20. e5 möglich.)

19. -, Sd4! 20. Sxd4 cxd4 (Die geöffnete c-Linie wird für Schwarz zum entscheidenden Angriffsfaktor.) 21. e5. (Od. 21. Sd2 Tac8, 22. Db1 d3! 23. Dxd3 Dxb2.) 21. -, dxe5, 22. Sd2 Tac8, 23. Db1 b3! (Lenkt den Springer in eine Statistenrolle.)

24. Sxb3 Lb6, 25. a5 La7, 26. Kg1. (Hebt die Gegenüberstellung zur schwarzen Dame auf.) 26. -, Lf5! (Nun sind alle schwarzen Angriffsfiguren ideal postiert.) 27. Le4. (Od. 27. De1 e4 nebst e3.) 27. -, Dg5+! 28. Kf1 Df4! (Der krönende Gewinnzug.) Weiß gab auf. (Nach 29. Lxf5 d3! folgt 30. De1 Tc2.)


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