Schach - das königliche Spiel

Paul Heilemann kommentiert eine Meisterpartie

Auch im fünften Kontinent der Welt gibt es eine Vorliebe fürs königliche Spiel - wenngleich mit begrenzten Ergebnissen. Genau genommen ist die Rede von Neuseeland, wo zu Jahresbeginn vom einzigen Großmeister des Landes, Murray Chandler, das New Zealand Open in Auckland veranstaltet wurde.

Schach in Ozeanien

Nur zwei Großmeister hatten zum 66 Teilnehmer starken Feld den Weg nach Ozeanien gefunden. Der Engländer GM Gawein Johnes gewann das Turnier vor zwei Chinesen und dem eigentlichen Turnierfavoriten GM Nigel Short.

Wegen der schmerzlichen Niederlage mit den schwarzen Steinen gegen die Chinesin Ju Wenjun verfehlte Großmeister Short den Turniersieg. Das Debakel des Briten Short resultierte aus einer missglückten Eröffnungsbehandlung, die zu Figurenverlust führte.

Damenbauernspiel Weiß: Ju Wenjun (CHN) Schwarz: Nigel Short (ENG)

Neuseeland Open, Auckland 2016

1.d4 e6, 2. c4 b6. (Der Aufbau plant die Flankenentwicklung des Damenläufers und vernachlässigt die Kontrolle zentraler Felder - ein kaum beachtetes System). 3. e4 Lb7, 4. Ld3. (Folgerichtig erscheint hier der Vorstoß f7-f5 mit Druck auf der Diagonalen b7/g2). 4. -, Lb4+, 5. Kf1 (Eine imponierende Fortsetzung). 5.-, c5. (Sperrt mutig den Läufer ein). 6. a3 La5, 7. Sf3. (logisch war das Vorgehen 7. d5, ein Zug, den die Chinesin zwei Züge später durchführt). 7. -, Se7, 8. Lf4 Sa6. (Schwarz sollte besser mit 8. -, d7-d5 das Zentrum besetzen). 9. d5! 00, 10. Ld6 Te8, 11. h4! (Das Zusammenspiel der schwarzen Figuren ist fragwürdig - drei von ihnen sind am Damenflügel außer Spiel).

11. -, Sc8, 12. Lg3 exd5, 13. exd5 Df6, 14. Dc2 h6, 15. Sbd2 Sd6, 16. h6 Lxd2, 17. Sxd2 b5. (Short ist auf der Suche nach Gegenspiel). 18. cxb5 Sc7. 19. Dc3! (Weiß deckt die Schwächen der schwarzen Figuren auf). 19. -, Dg5. (Nach 19. -, Dxc3, 20. bxc3 verliert Short einen der Springer: a) 20. -, Sdxb5, 21. c4!; b) 20. -, Sxd5, 21. Lxd6). 20. Lxd6 Dxd5, 21. Se4! (Nun ist zwingender Figurenverlust für Schwarz unvermeidlich). 21. -,Sxb5. (Auf 21. -, Txe4, 22. Lxe4 Dxe4, ist 23. f3! Die Pointe: außer der bedrohten Dame hängt der Sc7). 22. Dc4! (Auch 22. Lxb5! War sehr stark: a) 22. -, Dxe4, 23. f3!; b) 22. -, Txe4, 23. f3!) 22. -, Dxc4. (Od. 22. -, Sxd6, 23. Dxd5 Lxd5, 24. Sxd6, immer mit Figurengewinn für Weiß). 23. Lxc4 Sxa3, 24. Lxf7+ Kxf7, 25. Sxc5 Lxg2+. (Short versäumt die Rettungschance 25. -, Sc2, 26. Tc1 Le4! 27. Sxe4 Txe4, 28. Txc2 Td4!) 26. Kxg2 Sc4, 27. Lg3 Sxb2, 28. Sxd7. (Die Abwicklung hat für Schwarz zu einem total verlorenen Endspiel geführt, da auch der Springer b2 nicht mehr zu retten ist). 28. -, a5, 29. Se5+ Kg8, 30. Thb1! Schwarz gab auf. (Schwarz ist hilflos: auf 30. -,Teb8 folgt 31. Sc4).


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