Schach - das königliche Spiel

Paul Heilemann kommentiert eine Meisterpartie

Schon berichtet wurde vom hoch motivierten Triumph der amerikanischen Nationalmannschaft bei der Schacholympiade in der aserbaidschanischen Metropole Baku.

Preisgekrönt

Bewunderung erzielte das außergewöhnliche Ergebnis des georgischen Großmeisters Baadur Jobawa, der sein Team aus Georgien anführte und die überragende Leistung von phantastischen acht Punkten (aus zehn Partien) erzielte und damit den Sonderpreis errang - dies bei weit höher eingestuften Kontrahenten.

Sein unkonventionelles, risikofreudiges Spiel erregte Aufmerksamkeit. Eines seiner Opfer war in der folgenden Partie der ukrainische Exweltmeister Ponomarjow.

Das Duell fand im Damenbauernspiel statt, wo es zu einer dynamischen Explosion der weißen Kräfte kam. Die ungedeckte Position wird der schwarzen Dame auf b6 zum Verhängnis.

Damenbauernspiel Weiß: Baadur Jobawa (GEO) Scharz: Ruslan Ponomarjow (UKR)

Schacholympiade, Baku 2016

1.d4 Sf6, 2. Sc3 d5, 3. Lf4. (Dieses Damenbauernspiel unterscheidet sich vom Damengambit durch die Unterlassung des Aufbaus mit c2-c4. Dabei wird der weiße Damenläufer c1 meist vor der Bauernkette c3, d4, e3 aufgestellt. Bei der Variante 2. Sc3 wird der Gambitzug e2-e4 durch Opfer durchgesetzt). 3.-, c5. (Der Kampf um die Herrschaft im Zentrum beginnt). 4. e3 cxd4, 5. exd4 a6. (Gegen den Einsatz Lb5+ gerichtet). 6. Ld3 Sc6, 7. Sge2. (Die behutsame Springerentwicklung vermeidet die nach 7. Sf3 mögliche Fesselung Lg4). 7.-, e6. (Sperrt den Damenläufer ein). 8. Dd2. (Weiß plant ein aktives Spiel auf den schwarzen Feldern). 8.-, b5, 9. 0-0 Le7, 10. a3 Ld7, 11. h3 0-0, 12.Tfe1 Sa5. (Angelockt vom Punkt c4). 13. Tad1 Db6. (Od. 13.-, Sc4, 14. Dc1). 14.Sg3! (Mit Blick auf das Vorpostenfeld f5. Die Besetzung ist anscheinend nicht realisierbar. Pomomarjow unterschätzt die ihm drohende Gefahr. Der vorbeugende Deckungszug 14.-, Tfe8 zum Schutz von Le7 war angezeigt). 14.-, Tfc8. (Dieser fehlerhafte Turmzug ist nicht mehr korrigierbar). 15. Sf5! (Der überraschende Opferangriff besetzt exemplarisch den Punkt f5 und nutzt das unbefriedigende Zusammenspiel der schwarzen Kräfte). 15.-, exf5. (Auf 15.-, Lf8 folgt das Opfer 16. Sh6+!; a) 16.-, Kh8, 17. Sxf7+ Kg8, 18. Se5!; b) 16.-, gxh6, 17. Lxh6! mit entscheidendem Angriff: 17.-, Kh8, 18. Df4 Lxh6, 19. Dxh6 Dd8, 20. Te3). 16. Txe7 Le6, 17. Lh6! (Weiß inszeniert gegen den schwach verteidigten Königsflügel einen nicht parierbaren Angrif. Die Hauptdrohung ist 18. Dg5!). 17.-, gxh6. (Od. 17.-, Se8, 18. Dg5 Kf8, 19. Txe8+ Kxe8, 20. Lxg7). 18. Dxh6 Txc3. (18.-, Se8 kostet nach 19. Lxf5 Lxf5 die Dame). 19. Dg5+ Kf8, 20. Dxf6 Txd3. (Schwarz ist hilflos. 20.-, Tc6 verliert nach 21. Lxf5! Lxf5, 22.-, Dxf7 matt). 21. cxd3, Schwarz gab auf. (Nach 21. cxd3 kann Weiß die Partie mit 21.-, Te8, 22. Txf7+! Lxf7, 23. Dxb6 beenden).


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