Schneepflugfahrer sieht rot

THRILLER Molands "Einer nach dem anderen"

Nils (Stellan Skarsgård) ist in "Einer nach dem anderen" auf Rachefeldzug. (Foto: Neue Visionen)

Immer öfter werden Originaltitel auch in Deutschland beibehalten, was gelegentlich an der Kinokasse bei des Englischen oder Französischen unkundigen Besuchern für Irritationen sorgt, meistens aber sinnvoll ist. Das Gegenteil ist nun unsinnigerweise bei einem norwegischen Film mit dem schönen und treffenden Originaltitel "Kraftidioten" der Fall, der in Deutsch langweilig und banal "Einer nach dem anderen" heißt, mal ganz abgesehen davon, dass schon mal ein Italowestern in den Sechzigern so hieß.

Ober-Kraftidiot ist der unbescholtene und beliebte Schneepflugfahrer Nils (Stellan Skarsgård), der nach dem vermeintlichen Drogentod seines Sohns zu einem privaten Rachefeldzug aufbricht.

Die offizielle Todesursache Überdosis Heroin kann und will Nils nicht glauben, und so findet er bei seinen Nachforschungen heraus, dass sein Sohn als Drogenkurier zwischen die Fronten geraten war. Wutentbrannt dezimiert er die Mitglieder eines Drogenkartell auf unterschiedliche Weise, und auch ein serbischer Gangsterboss, von Bruno Ganz grandios verkörpert, kreuzt seinen Weg.

In Hans Petter Molands Thriller, der an Genreklassiker von Tarantino und den Coens denken lässt, darf gelacht werden und das auch mal haarscharf an der Geschmacksgrenze. Kauzige Typen sind das Faustpfand, mit dem der Norweger wuchert, da bleiben Logik und Spannung schon mal auf der Strecke.

Laufzeit: 116 Minuten; FSK: freigegeben ab 16 Jahren.


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