Schönheitsideal kontra Gesundheit

ZUCHT Mops und Co müssen Luft bekommen
Dr. Heidi Bernauer-Münz. (Foto: Privat)

Da die Welpen auch dem aktuellen Rasseideal entsprechen müssen, kann es schwierig werden. Nicht immer ist ein Schönheitsideal, vor allem in extremer Ausprägung, gesundheitstauglich.

Zur Zuchtzulassung benötigen die Elterntiere eine Bewertung, die belegt, dass sie dem aktuellen Schönheitsideal der jeweiligen Rasse entsprechen. Gesundheitszeugnisse müssen zwar ebenfalls vorgelegt werden, aber die Gewichtung hängt von den Wertungsrichtern ab.

Ohne die Bewertung der Elterntiere erhalten Züchter keine "Papiere", die Welpen können nicht als anerkannt reinrassig verkauft werden.

Ein kritisches Beispiel für problematische Rassen sind Hunde mit kurz gezüchteter Schnauze, wie Mops, Bulldoggen oder Boxer, die statt der lang gezogenen Schnauze eine züchterisch gewollte Verkürzung des Kopfes aufweisen.

Zusammen mit den großen runden Augen und dem relativ großen Kopf wirken sie sehr niedlich. In Maßen ist das vertretbar - extreme Verkürzungen führen jedoch dazu, dass der Hund ein Leben lang leidet.

Verdächtig ist, wenn der Hund nur kurz rennen kann, bereits schnauft und röchelt, ohne sich bewegt zu haben, immer sehr schnell atmet, schon bei normalen Temperaturen hechelt, ohne sich aufgeregt zu haben, sehr hervorstechende Augen hat, schielt, oder starke Falten auf dem Nasenrücken hat.

Zu kurzer Schädel beeinträchtigt Hunde

Eine lebenslange Atemnot, Hitzschlaggefahr, Sehstörungen und Probleme beim Fressen durch den verkürzten Kiefer sind die Folgen eines zu kurzen Schädels.

Beim Kauf eines Rassehundes mit kurzer Schnauze (brachycephale Rasse) sollte man unbedingt darauf achten, dass die Mutterhündin gut Luft holen kann und die Schnauze nicht zu kurz ist. Gute Züchter beraten gerne und sind sich der Problematik bewusst.


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