Schraube aus der Region fährt mit

WIRTSCHAFT Drei IHKs schließen sich zusammen, um Mittelhessen bekannter zu machen

Stellen die neue IHK-Broschüre „Industrielle Bestleistungen so stark ist Mittelhessen“ in Gießen vor: Burghard Loewe (v. l.), Beate Hammerla, Rainer Schwarz und Michael Hahn. (Foto: Ewert)

In Mittelhessen haben sich in den verschiedenen Branchen wichtige Wirtschaftszweige herausgebildet: Im Landkreis Limburg-Weilburg spielt beispielsweise die Pharmaindustrie eine entscheidende Rolle. (Symbolfoto: Pleul/dpa)

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Die drei IHKs haben deshalb eine gemeinsame Broschüre, eine Art Kompendium, herausgebracht – für die Menschen in der Region, die Ämter und Behörden, Schulen und Hochschulen, aber auch für jeden außerhalb des Großraums Mittelhessen. Das Ziel: Mögliche Investoren, Existenzgründer und Unternehmen sollen den Reiz der Region in unmittelbarer Nachbarschaft zur Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main erkennen und nutzen.

Die Region ist durch einen starken Mittelstand gekennzeichnet. In Mittelhessen haben sich mit den Branchen Optik, Biotechnologie, Pharma und Medizin, aber auch in Schwerindustrie und Maschinenbau wichtige Wirtschaftszweige herausgebildet. Darunter finden sich Weltmarktführer, forschungsintensive Start-Ups sowie traditionsreiche Mittelständler, von denen viele „Nischen“ besetzt werden. Hochschulen und Wirtschaft in der Region ziehen immer stärker an einem gemeinsamen Strang. Die das sagen, sind Beate Hammerla, Geschäftsführerin der IHK Gießen-Friedberg, ihr Kollege Burghard Loewe von der benachbarten IHK Lahn-Dill und Michael Hahn, Geschäftsbereichsleiter Existenzgründung und Unternehmensförderung bei der IHK Limburg.

Sie wissen aber auch, dass ein großer Teil der Menschen in Mittelhessen genau dies nicht wissen.

Modelle des ICE 3 erstrahlen dank Produkten aus Mittelhessen in weißer Farbe

Deshalb nun das Kompendium. Dieses erscheint mit 60 Seiten im A 4-Format und in einer Auflage von 5000 Exemplaren. So etwas habe es in Mittelhessen bislang nicht gegeben, betonen die Vertreter der IHKs.

Die Broschüre besteht aus 50 Unternehmensprofilen, von A wie Abicor Binzel bis W wie Würz Fertigungstechnik, allesamt Unternehmen mit einem – zumindest – europaweiten Aktions- und Absatzradius – und das unabhängig von Mitarbeiterzahl und Umsatzhöhe. Die Unternehmen stellen sich auf jeweils einer Seite vor, gewähren Einblicke in Historie, „Meilensteine“ und Innovationserfolge.

Wer weiß schon, dass in fast jedem Auto und Lkw Schrauben aus Mittelhessen verbaut sind, dass in den meisten produzierenden Unternehmen europaweit und darüber hinaus Schaltschränke aus der heimischen Region stehen, dass Modelle des ICE 3 dank Produkten aus Mittelhessen in weißer Farbe erstrahlen und dass das Herz der weltweiten optoelektronischen Industrie zu 80 Prozent in Mittelhessen schlägt?

Die deutschsprachige Broschüre ist im Buchhandel sowie bei den drei IHKs gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro erhältlich. Eine mögliche zweite Auflage wird die Porträts von mehr heimischen Firmen beinhalten und dann laut Hammerla, Loewe und Hahn auch zweisprachig – Deutsch und Englisch – erscheinen.

„Die Industrie“, so erinnerte der Präsident der IHK Gießen-Friedberg, Rainer Schwarz, „ist das Zugpferd der Wirtschaft. Ohne sie würden wir unseren Wohlstand verlieren.“

Und diese Industrie drückt sich für die Region Mittelhessen mit den Landkreisen Gießen, Vogelsberg, Wetterau, Lahn-Dill (plus dem Altkreis Biedenkopf) und Limburg-Weilburg in folgenden Zahlen und Fakten aus: 9472 Industriebetriebe mit fast 95 000 Beschäftigten das sind 26 Prozent aller in der Region beschäftigten Menschen, 16,7 Milliarden Euro Umsatz, einer Bruttowertschöpfung von 6,3 Milliarden Euro und mit 15 143 laufenden Patenten.


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