Lesezeit für diesen Artikel (929 Wörter): 4 Minuten, 02 Sekunden
Vielen Dank,
dass Ihnen mittelhessen.de so gut gefällt!
Registrieren
Sie sind bereits registriert? Zum Login
Sie sind bereits Abonnent einer unserer Tageszeitungen und haben noch keine Zugangsdaten? Zur Schnellregistrierung
Unsere Angebote

Abonnement ONLINE.

Unbegrenzter Zugriff auf alle Inhalte für mittelhessen.de und die News-App.

6,90 €

Abonnement DIGITAL.

Unbegrenzter Zugriff auf das E-Paper Ihrer Tageszeitung, mittelhessen.de und die News-App.

25,90 €

Monatspass

Unbegrenzter Zugriff auf die Onlineausgabe Ihrer Tageszeitung für 30 Tage

Bezahlung per Handy Bezahlung über PayPal
Bevor es weiter geht...

... ein spannendes Angebot für Sie als treuen Leser:

 

Unser Abonnement ONLINE ist aktuell im ersten Monat kostenfrei (danach, 6,90 € monatlich). Sie erhalten damit vollen Zugriff auf alle Inhalte auf mittelhessen.de und in der News-App.

 

Sie wollen sich nicht lange an einen Vertrag binden?
Kein Problem! Sie können monatlich kündigen.

Monatspass
Bitte Zahlungsart wählen:

7,90 €

Tagespass

Unbegrenzter Zugriff auf die Onlineausgabe Ihrer Tageszeitung für 24 Stunden

Bezahlung per Handy Bezahlung über PayPal
Bevor es weiter geht...

... ein spannendes Angebot für Sie als treuen Leser:

 

Unser Abonnement ONLINE ist aktuell im ersten Monat kostenfrei (danach, 6,90 € monatlich). Sie erhalten damit vollen Zugriff auf alle Inhalte auf mittelhessen.de und in der News-App.

 

Sie wollen sich nicht lange an einen Vertrag binden?
Kein Problem! Sie können monatlich kündigen.

Tagespass
Bitte Zahlungsart wählen:

1,80 €

Alle Angebote im Überblick

Sie haben Fragen oder benötigen Hilfe? Dann rufen Sie uns an unter 06441 959-99 oder senden uns eine E-Mail an service(at)mittelhessen.de

Schulen zu, Lenste weg

SCHUTZSCHIRM Landrat verkündet unbequeme Nachrichten

"Zwei Tage nach dem Reformationstag geht es mir wie Martin Luther: Ich stehe hier und kann nicht anders", seufzte Landrat Wolfgang Schuster am Freitag. Tags zuvor war er mit Vertretern des Finanz- und des Innenministeriums sowie des Regierungspräsidiums in Wiesbaden zusammengekommen, um zu besprechen, welche Bedingungen der Kreis erfüllen muss, um die 65 Millionen Euro Konsolidierungshilfe vom Land zu bekommen. Der Lahn-Dill-Kreis hat derzeit knapp 324 Millionen Euro Schulden. Rund 150 Millionen davon sind mittlerweile Kassenkredite, die zum Bezahlen laufender Kosten aufgenommen werden müssen.

Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Teilnehmer5, ein Finanzhaushalt hat immer zwei Seiten, auf der einen die Einnahmen, auf der anderen die Ausgaben. Wer die Ausgaben nicht senken will oder kann, muss eben schauen, dass die Einnahmenseite gestärkt wird. mehr
Dies ist so im öffentlichen wie im privaten Haushalt. Was im privaten Bereich z.B. ein Nebenjob bedeutet, wären im öffentlichen Haushalt erhöhte Steuern. Da existieren aber scheinbar nur "heilige Kühe", die nicht angerührt werden dürfen, siehe Erbschaftssteuern oder Steuern auf Börsengewinne.
Das was uns die Politik als Sparen, gleich positiv besetzten Begriff (= das Zurücklegen von überschüssigen Geldmitteln) verkaufen will, ist in Wirklichkeit Kürzen und Streichen. Und das regelmäßig dort, wo unser einziger Rohstoff, die gelungene geistige und körperliche Entwicklung unserer Kinder verortet ist. Die Pisa-Studien zeigen uns regelmäßig die Defizite auf, aber die regionale Politik hat ja damit scheinbar nichts zu tun ...
@HilmarHirnschrodt, ich teile Ihre Meinung insofern, dass es eines Kreises gelänge finanziell stabil zu bleiben, wenn er keinerlei Kredite bei Banken aufnähme. Sobald jedoch Kredite bei Banken aufgenommen werden, kommt mehr
es über kurz oder lang zu einer Situation wie wir sie im Moment in USA und Europa und natürlich auch anderen Ländern sehen. Denn zu Überschuldungen kommt es in unserem Finanzsystem regelmäßig, denn der Fehler liegt im System. Und zwar im Zins und Zinseszinssystem.

Viele werden nun einwenden, dass wir das Zinssystem brauchen, damit das Geld im Umlauf bleibt und die Wirtschaft fördert. Diejenigen bitte ich, sich den Film "Fabian der Goldschmied" anzusehen. Denn dort wird der Fehler im System verständlich und anschaulich dargestellt: http://www.fabian-der-goldschmied.de/

Was nun Griechenland betrifft, bitte ich Sie, sich eine Dokumentation des Senders Arte anzusehen, in dem beschrieben wird, welche Rolle die Goldman Sachs Bank in der Wirtschaftskrise und im letzten Drittel auch speziell, welche Rolle diese Bank in der Krise für Griechenland spielt: http://www.youtube.com/watch?v=gR_OQ0qtUkQ

Denn es ist nur die halbe Wahrheit, dass der Staat über seine Verhältnisse lebt. Die andere Hälfte der Wahrheit ist, dass die Zentralbanken ihr gedrucktes Geld für geringe Zinsen an systemrelevante Banken abgeben. Der Staat leiht sich dann das Geld von den systemrelevanten Banken gegen höheren Zins. Die systemrelevanten Banken spekulieren zudem und kommen in eine Krise. Um einen Crash zu verhindern gibt der Staat dann wiederum den systemrelevanten Banken Geld um sie vor diesem Crash zu bewahren. Das Ganze zahlen übrigens wir Steuerzahler. Denn staatliche Zinsschulden werden durch Steuern beglichen.

Wer sich über alternative, stabile Finanzsysteme informieren möchte, kann dies am 10.11.2012 auf dem Geldkongress in Frankfurt tun: http://www.geldkongress.org/ oder schaut sich bei Bernadr Lietaer um: http://www.lietaer.com/other-languages/deutsch-2/

Ich danke Veela sehr für ihren Beitrag in dieser Diskussion und möchte auch noch mal, ebenso wie ProAmthof es bereits getan hat, hervorheben, dass es hier auch um die Frage geht in welchen Bereichen gespart wird. Und zwar ausschließlich im Kinder und Jugendbereich. Das heißt, es wird an den jungen Menschen gespart, die unsere Zukunft sein werden.

Wenn nun schon gespart werden soll. Das ist sicherlich sinnvoll um den natürlichen, wiederkehrenden und voraussehbaren Zusammenbruch unseres Finanzsystems (hatten wir ja schon öfter) hinaus zu zögern. Aber warum spart man nicht an anderen Stellen, die die Bildung unserer Kinder und damit unsere Zukunft weniger gefährden?
@Veela Wie, wenn nicht mit Sparen, sollte man sonst aus seinen Schulden heraus kommen? Es gibt auch mit Sicherheit kein einziges Beispiel, wo sich ein größeres Gemeinwesen mit "Leben über seinen Verhältnissen" aus den mehr
roten Zahlen gebracht hat. Und wenn doch, wäre ich sehr interessiert, davon zu erfahren.
Würden Sie privat größere Anschaffungen machen, trotz dass Ihr Giro-Konto um ein Vielfaches Ihres Monatseinkommens überzogen wäre und sie sich diese Dinge definitiv nicht leisten könnten, obwohl sie die Möglichkeit hätten mit - vielleicht auch schmerzlichen - Einsparungen zurecht zu kommen?

Sicherlich ist es fragwürdig, warum gerade im Bereich Kinder und Jugendliche so massiv gespart werden soll.
Gerade im Hinblick darauf, dass im Lahn-Dill-Kreis aus politischen Gründen ein vierter hauptamtlicher Kreisbeigeordneter installiert werden wird, der definitiv einen guten Teil der Einsparungen abgedeckt hätte.
Da hätte es sicher eine bessere Lösung gegeben.

Trotz alledem führt am Sparen kein Weg vorbei, denn mit Geld ausgeben hat noch niemand seine Schulden in den Griff bekommen! Und genau die muss der Kreis in den Griff bekommen!
Denn unseren Kindern einen solchen Berg Schulden zu hinterlassen, wie er im LDK in den letzten JAHRZEHNTEN aufgehäuft wurde (und nicht nur von Herrn Landrat Schuster), ist wohl schlimmer, als heute eine Grundschule mit einer anderen Grundschule im Nachbarort zusammen zu legen.

Was würde es denn bringen, wenn wir noch weitere Jahrzehnte immer mehr Schulden machen?
Wie aus der Presse zu entnehmen ist, ist es jetzt schon so, dass "der laufende Betrieb sich eigentlich nicht mehr selbst trägt" (Zitat Landrat Schuster). Wie soll das erst werden, wenn noch mehr Schulden dazu kommen?

Ein weiterer schmerzlicher Punkt ist Lenste.
Auch ich war als Kind dort und es tut mir leid, dass der Kreis zu dem Schritt gezwungen wird das Lager zu schließen.
Aber wenn ich für mich persönlich abwägen sollte, was wichtiger ist: ein Zeltlager an der Ostsee zu unterhalten oder oder die Möglichkeit fast eine halbe Million Euro pro Jahr zu sparen, dann würde mir die - schmerzliche - Entscheidung für die Schließung dennoch relativ leicht.

Nämlich im Sinne der Zukunft unserer Kinder...
@Veela, ganz im Gegenteil: Griechenland hat eben noch mehr als wir in der Vergangenheit über die Verhältnisse gelebt und ist jetzt mit den bitteren Konsequenzen konfrontiert um vielleicht doch noch den Zusammenbruch zu mehr
verhindern. Griechenland sollte uns eine Lehre sein, rechtzeitig die überzogenen Ansprüche auf ein vernünftiges Mass zu beschränken und es erst gar nicht so weit wie in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal, Italien u. a. kommen zu lassen.
Welche Auswirkungen das Sparen in den öffentlichen Haushalten hat, kann man derzeit sehr gut in Griechenland beobachten - die Wirtschaftskraft geht massiv zurück und die Schulden wachsen immer weiter. Ich kenne kein mehr
Beispiel, wo Sparen ein größeres Gemeinwesen aus den roten Zahlen gebracht hat. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass man den bankrotten Zockerbanken geraten sich mit Sparen aus der miserablen finanziellen Situation zu befreien - dort wurden bekanntermaßen gänzlich andere Wege beschritten ...
Dass nun Landrat Schuster versucht ausschließlich im Bereich der Kinder und Jugendlichen zu sparen, um unter den finanziellen Schutzschirm des Landes zu gelangen, folgt genau dieser Logik: Wir schließen die Grundschule in Atzbach, weil in ein paar Jahren werden die Schülerzahlen ja sicherlich deutlich zurückgehen. Und auf die Fahrten nach Lenste können wir auch verzichten, weil unsere Jugendlichen, das wissen wir, nur ungern den warmen häuslichen Computerplatz mit mütterlichem Mittagstisch verlassen wollen.
Mit dem beschrittenen Weg des Kreises werden öffentlich beklagte, negative gesellschaftliche Trends beschleunigt und dabei gewachsene Strukturen und Konzepte zerstört, deren Wert natürlich nur schwer monetär zu bewerten ist. Nur wenn man sich in paar Jahren daran erinnert, wie es einmal war und wie es gut war, dann kostet es ein Vielfaches, nur um eine schlechte Kopie dessen auf die Beine zu stellen.
Mehr aus Lokalnachrichten