"Schwein von Gaza" bringt kein Glück

Absurde Tragikomödie von Sylvain Estibal
Ob das Schwein am Eis seine Freude haben wird?, fragt sich nicht nur Jafaar (Sasson Gabay). (Foto: Alamode)

Sylvain Estibals absurd anmutende Tragikomödie "Das Schwein von Gaza", die im französischen Original übersetzt "Wenn Schweine Flügel haben" heißt, ist ein solches schwarzhumorig-hintersinniges Beispiel, dem man auch schon mal gerne anderthalb Stunden Lebenszeit opfert.

Die zweite Hauptrolle neben dem titelgebenden Schwein spielt der Fischer Jafaar (Sasson Gabay), der es nicht leicht hat, im Gaza-Streifen über die Runden zu kommen, denn statt der erhofften Fische landet meist nur Unrat in seinen Fangnetzen. Da könnte ihm das Schwein, das in einer stürmischen Nacht von einem Frachter ins Meer gekippt ist, normalerweise einen satten Gewinn bescheren, nur gelten im Gaza-Streifen bei Palästinensern wie bei Juden Schweine als unreine Tiere und sind äußerst unerwünscht. Nun ist guter Rat teuer, und der findige Jafaar muss rasch eine Lösung finden.

So banal die Geschichte auf den ersten Blick scheint, so ist sie für ihren Regisseur und Autor Estibal, der als Journalist und Fotograf lange in der Region gearbeitet hat und mit den Menschen und Bräuchen dort vertraut ist, doch in erster Linie eine filmische Herausforderung.

Dabei entgeht er der Gefahr, Klischees zu bedienen und sich über Ethnien lustig zu machen, und setzt statt dessen auf Zitate aus der Bibel wie aus der Filmgeschichte, die für den Betrachter willkommener Mehrwert sind, und seinem Hauptdarsteller Sassin Gabay gelingen Szenen, die an Höhepunkte der Stummfilmzeit erinnern.

Laufzeit: 95 Minuten: FSK: freigegeben ab 12 Jahren.


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