Segen für Stadt und Menschen

Weltladen  Café Fair bietet Kuchen und Snacks – und die Gelegenheit, sich zu treffen

Das Team des Café Fair freut sich schon auf seine Besucher in den neu gestalteten, hellen und freundlichen Räumen. (Foto: Valentin)

Die Idee, dem Weltladen ein eigenes Café anzugliedern, in dem die fair gehandelten Produkte aus dem Laden angeboten werden, habe es schon länger gegeben, sagte Pfarrer Klaus Neumeister. Mit dem Umzug des Weltladens vor zwei Jahren in die Marktstraße sei diese Idee jedoch immer konkreter geworden.

Ein Team von Ehrenamtlichen macht den Betrieb des Cafés erst möglich

Vor allem er war treibende Kraft dahinter. Denn mit den Geschäftsräumen des Ladens wurde im hinteren Bereich des Gebäudes auch ein weiterer, großer Raum angemietet, in dem früher ein Pizzalieferdienst untergebracht war, wie Elke Schwonke-Körner und Carmen Müller vom Café-Team in einem kurzen Abriss der Historie schilderten. Neumeister habe recht schnell darauf gedrängt, in diesem Raum ein Café zu eröffnen.

Zwar habe es anfangs Zweifel und Bedenken gegeben, ob das Team des Weltladens einer solchen Aufgabe gewachsen sei, sagte Schwonke-Körner. Doch nachdem mehrere Fördertöpfe angezapft wurden und das Konzept stand, sei alles wie von selbst ins Laufen gekommen.

Heute ist der Raum kaum wiederzuerkennen. Die kalten Kacheln sind weißen Wänden und bodentiefen Fenstern gewichen, die den Raum licht und freundlich aussehen lassen.

„Das Café ist ein Segen in vielerlei Hinsicht“, stellte Frank Rudolf vom Dekantssynodalvorstand fest. „Ein Segen für den Erhalt der Schöpfung, für den Fairen Handel, für Gladenbach, die Kirchengemeinde, das Dekanat und auch für die Menschen.“

Das Café fördere den sozialen Umgang miteinander und die Menschlichkeit, meinte auch Steffen Weber, Geschäftsführer des Dachverbands der Weltläden in Deutschland. Seit einigen Jahren boome der Faire Handel, stellte er fest. Mit seinem eigenen Café trage der Gladenbacher Weltladen nun dazu bei, diese Entwicklung noch weiter voranzutreiben.

Wie viel ehrenamtliche Energie dahinter steckt, machte Roland Petri (SPD) in Vertretung für Landrätin Kirsten Fründt (SPD) und als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung deutlich. Denn das Café wird komplett ehrenamtlich geführt. Ein Team aus zwölf Frauen und einem Mann decken die Dienste an den beiden Öffnungstagen ab. „Wenn wir noch mehr Helfer hätten, könnten wir auch noch einen zusätzlichen Tag öffnen“, sagte Beate Ronzheimer, eine der Helferinnen des Café-Teams.

„Ohne dieses Ehrenamt sähe unsere Gesellschaft ganz anders aus“, betonte Petri. Gladenbachs Ortsvorsteher Hans-Bernhard Schwarz sieht in der Eröffnung des Café einen weiteren Baustein in dem Mosaik, Gladenbach bekannter und lebenswerter zu machen. Die Verantwortlichen und auch die Stadt könnten stolz darauf sein, was hier geschaffen wurde.

Pfarrer Neumeister und die Helfer im Café hoffen, dass sich Café und Laden gegenseitig ergänzen. „Vielleicht kauft jemand, der hier Kaffee getrunken hat, auch noch was im Weltladen ein und umgekehrt“, so Neumeister. Denn der Erlös aus dem Café soll in den Weltladen und dessen Arbeit fließen.

In dem Café haben 24 Personen Platz. Neben seiner Funktion als Café soll der Raum künftig aber auch für musikalische Abende, Lesungen, Ausstellungen oder Infoveranstaltungen genutzt werden.

So wird es am 18. Januar ab 19 Uhr eine Krimi-Lesung in dem Café geben. Außerdem können auch kleinere Gruppen hier ihre Treffen abhalten, wie es zum Beispiel auch schon der Hospizverein tut.

Zu essen gibt es wöchentlich wechselnde Kuchen und Torten – darunter auch eine spezielle Café Fair-Torte – sowie herzhafte Snacks wie belegte Brötchen oder Laugenecken.


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