Seibert stellt Schiedsamt vor

Seibert gab zunächst einen Überblick über die Historie des Schiedswesens. So gebe es Schiedsmänner seit über 180 Jahren in Hessen – und erst seit Mitte des vorigen Jahrhunderts auch Schiedsfrauen. Die Institution war bald anerkannt als eine funktionierende Einrichtung zum Schlichten von Bagatellsachen, um so die Zivilgerichte zu entlasten. Schiedsmänner/frauen arbeiten ehrenamtlich und werden von der Gemeindevertretung gewählt. Das Schiedsamt kann bei Streitigkeiten des täglichen Lebens angerufen werden. In vielen Fällen sei es sogar ein Muss, dass ein Schiedsverfahren durchgeführt werde, bevor es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung komme. Das heißt die Gerichte weisen eine Klage unter Umständen zunächst ab und verweisen auf das Schiedsverfahren. Sollte dies scheitern, kann der Streit vor Gericht in Form einer Privatklage ausgetragen werden. Seibert berichtete aus seiner mehrjährigen Tätigkeit. Er konstatierte, dass die Garbenheimer eher ein „friedliebendes“ Volk seien und nicht zu übertriebenen Nachbarschaftsstreitigkeiten neigen. Er konnte seine „Fälle“ bisher immer einer einvernehmlich lösen – sei es bei einer offiziellen Schlichtungsverhandlung oder im Vorfeld. (red)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet