Sicher im Netz bezahlen

Onlinebanking  Vorsicht bei Vorkasse im Internet

Die einfache Regel: niemals Vorkasse. „Beim Kauf auf Lastschrift kann ich das Geld zurückholen, wenn etwas mit der Ware nicht stimmt“, erklärt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Oder: „Bei einer Rechnung bezahle nicht, wenn nichts kommt.“

Rechnung und Lastschrift sind also aus guten Gründen die Favoriten beim Bezahlen im Netz. Auf sie gehen zusammen mehr als die Hälfte der Zahlungen in deutschen Online-Shops zurück: Der Anteil der Rechnung am gesamten E-Commerce-Umsatz liegt bei 30,5 Prozent, wie aus einer Studie des EHI Retail Institutes hervorgeht. Bei der Lastschrift sind es 20,2 Prozent.

Die Bezahldienste führt Paypal an: Laut EHI-Studie werden 17,9 Prozent des E-Commerce-Umsatzes über diese Zahlart abgewickelt. Mit weitem Abstand folgen Sofort und Amazon Pay.

Kreditkarten sind mit einem Umsatz-Anteil von 12,2 Prozent an den Onlinekäufen recht verbreitet – laut EHI vor allem dank geringer Gebühren. Aber: „Generell ist Kreditkarte auch ein Vorkasse-Kauf“, stellt Tryba klar. Zudem gebe es zwar für Kreditkarten-Käufer Schutz in Bezug auf missbräuchliche Nutzung. „Missbrauch ist hier aber anders gemeint“, so der Verbraucherschützer – etwa wenn mit einer gestohlenen Karte bezahlt oder die Unterschrift gefälscht wird. Beim Online-Shopping bestätige man ja, dass man genau diesem Händler Geld schicken möchte.

Die Bezahldienste Amazon Pay, Paypal, Paydirekt und Sofort bieten Kunden einen Käuferschutz

Der Anteil der klassischen Vorkasse per Überweisung durch den Käufer am E-Commerce-Umsatz liegt zwar nur bei 4 Prozent. Faktisch handelt es sich aber auch bei Giropay, Paydirekt oder Sofort um Vorkasse: Über den Bezahldienst loggt man sich bei seiner Bank ein und überweist direkt samt TAN-Eingabe.

Allerdings gibt es da noch den Käuferschutz als eine Art Geld-zurück-Garantie, den Amazon Pay, Paydirekt, Paypal oder Sofort anbieten, und der auch bei Direkt-Überweisungen das Käuferrisiko minimieren kann. Der Käuferschutz greift, wenn Bestelltes nicht geliefert wurde, nicht der Produktbeschreibung entspricht, fehlerhaft oder defekt ist. Meist legen die Dienste aber Ausnahmen und Fristen fest. „Man muss sich das leider immer etwas genauer ansehen“, so Tryba.

Rechtlich bindend sind Käuferschutz-Entscheidungen von Bezahldiensten zwar nicht. Das hat der Bundesgerichtshof in Fällen entschieden, bei denen Paypal Streitigkeiten zugunsten von Käufern entschieden und ihnen den Kaufpreis zulasten der Händler zurückerstattet hatte. In solchen Fällen könnten Verkäufer immer noch klagen, so der BGH. Gleichwohl bleibe der Käufer im Vorteil, da erst einmal der Verkäufer den Schwarzen Peter habe und klagen müsse. (tmn)


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