"Sie wollen wieder normal essen"

DIREKTER DRAHT Dr. Katrin Neubauer-Saile gibt Tipps zur Vorsorge für den Magen

Eine 72-jährige Frau aus Wetzlar sagte, sie haben einen Bruch im Zwerchfell (dabei rutscht der Magen nach oben), der zwar nicht größer geworden ist, aber das Aufstoßen quäle sie. Sie habe keine Schmerzen und gegen Sodbrennen nehme sie Medikamente. Das größte Problem sei das Aufstoßen, dass ihr nachts auch auf das Herz drücke. Sie fragte, ob es eine Operation gebe. "Ja, man kann das operieren, indem man den Übergang vom Magen zur Speiseröhre, der bei Ihnen zu weit ist, enger macht", sagte Dr. Neubauer-Saile. Das sei keine große Operation, das könne man auch in der Schlüssellochtechnik machen, sagte die Ärztin. Ob die Probleme mit dem Aufstoßen nach der Operation erledigt wären, wollte die 72-Jährige wissen. Das lasse nach, aber man müsse vorher Voruntersuchungen machen und schauen, wie ausgeprägt der Bruch ist. Man dürfe die künstliche Verengung nicht zu eng machen, aber auch nicht zu weit lassen, und es gebe Patienten, die davon deutlich profitierten und hinterher weniger säurehemmende Medikamente bräuchten. "Das klingt sehr gut", sagte die Frau aus Wetzlar.

Es sei der klassische Reflux-Patient gewesen, sagte ein 52-jähriger Mann aus Bad Karlshafen. Sein Mageneingang sei entzündet gewesen und vor zwei Jahren sei bei einer Magenspiegelung, die er regelmäßig machen lasse, diagnostiziert worden, dass der Mageneingang nicht mehr entzündet sei. Jedoch wurde eine leichte Entzündung am Magenausgang festgestellt. Seit sechs Wochen habe er extreme Probleme mit Magenvöllegefühl und Aufstoßen. Inzwischen habe er nochmals eine Magenspiegelung machen lassen.

Ursache muss als erstes geklärt werden

Dabei sei herausgekommen, dass der Magenausgang sehr entzündet sei, jedoch nicht bösartig. Das Problem sei, dass er keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen kann. Er esse nur noch breiartige Speisen oder Pudding. "Als erstes muss man die Ursache klären ob das entzündlich bedingt oder schon narbig ist", sagte Dr. Neubauer-Saile. Wenn es narbig wäre, müsste man überlegen, ob das operiert wird, damit er wieder normal essen kann. Wenn es entzündliche Anteile habe, könne man mit den Medikamenten, die die Magensäure reduzieren, und dadurch die Entzündung hemmen, sicherlich einiges bewirken, erklärte die Ärztin. Das wäre der erste Schritt. Ganz wichtig sei, dass man für ihn eine langfristige Lösung bekommt. Denn das sei eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. "Sie wollen ja wieder normal essen", sagte Katrin Neubauer-Saile. Man müsse Proben aus der Region des Magenausgangs nehmen und diese bestimmen lassen, ob es entzündlich oder narbig ist und erneut ausschließen, dass es nicht bösartig ist. Bei der Nachkontrolle müsse man klar entscheiden, wie es weiter geht, entweder mit Medikamenten oder einer Operation, bei der man die entzündeten Stellen herausschneidet.

Sie habe morgens fünf bis sechs Mal Durchfall, Magenkrämpfe und Blähungen, klagte eine 32-Jährige aus Montabaur, egal wie viel sie esse. Das seien häufige Beschwerden von Patienten, sagte die Ärztin. Man müsse den Dünn- und den Dickdarm dahin gehend untersuchen, ob es dort entzündliche Veränderungen gibt, ob da Bakterien sind oder ob chronische Erkrankungen vorliegen. Das könne sie mit einer endoskopischen Untersuchung machen lassen oder mit Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, um letztendlich Erkrankungen ausschließen zu können. Die Ärztin rät ihr, bei fehlender Besserung eine Magen- und Darmspiegelung machen zu lassen.

Ob er den Port (gelegter Schlauch in der Hauptvene für Medikamente) rausmachen lassen soll, fragte ein 58-Jähriger Mann aus Wetzlar. Dieser Port liege seit 1998 dort, seitdem er Darmkrebs hatte. "Den können sie herausnehmen lassen, denn nach dieser Zeit sind Sie geheilt", meinte die Ärztin. Der Port sei verstopft, ob er ihn nicht frei spülen lassen könnte. Das könne auch gemacht werden, aber das sei ein Fremdkörper, den er nicht mehr brauche und wenn er verstopft sei, wäre es besser, ihn herausnehmen zu lassen, riet Katrin Neubauer-Saile.


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