Storchengang ganz ohne Handtuch

VEREINE Kneipp-Becken in Gladenbach ist gefüllt / Aktive kümmern sich bis Oktober
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Die positive Wirkung der Anwendungen auf Durchblutung, Kreislauf und Immunsystem sind in der medizinischen Fachwelt unumstritten.

Gefühlte zehn Grad Wassertemperatur und herrlicher Sonnenschein: Am Samstag trafen sich die Mitglieder des Kneippvereins Gladenbach an der kleinen Kneipp-Anlage im Park, um die Saison 2014 einzuläuten - natürlich mit einem Gang durch das Wassertretbecken. Bis Ende Oktober darf dort nach Lust und Laune gekneippt werden. Die Mitglieder kümmern sich darum, dass das Becken stets gefüllt, das Wasser sauber und die Anlage von Unrat frei ist.

Aber wie kneippt man richtig? Und was gibt es zu beachten? Der Vorsitzende des Kneippvereins, Rainer Faber, erläutert die Regeln und zeigt auch gleich, wie man's richtig macht. Beim Wassertreten läuft man im sogenannten Storchengang, das heißt während der eine Fuß im Wasser ist, ragt das andere Bein heraus. Fängt es nach ein paar Runden in den Beinen zu kribbeln an, schließt sich der Gang durchs Gras an - bis die Beine trocken und warm, also gut durchblutet sind. "Ein Handtuch hat beim Kneippen nichts zu suchen", erklärt Faber.

Sind die Beine wieder auf "Normaltemperatur", kann die Anwendung ein- bis zweimal wiederholt werden. Dabei ist das Wassertreten nicht nur gut für Durchblutung, Kreislauf, Immunsystem und Blutdruck, sondern wirkt sich am Abend auch schlaffördernd aus, wie ein Mitglied berichtete.

Schwimmen und Grillen verboten

Ebenso gesundheitsfördernd ist das etwa einminütige Eintauchen der Arme bis über die Ellenbogen in das kleine Wasserarmbecken der 2010 komplett sanierten Kneippanlage. Das Wasser wird bei dieser Anwendung anschließend abgestreift und die Arme geschlendert - bis sie trocken sind.

Übrigens: Diese beiden Anwendungen sollte nicht parallel ausgeführt werden, denn "das ist des Guten dann doch zu viel", so Faber.

Die Mitglieder des Gladenbacher Kneippvereins sind aber nicht nur echte Kneipp-Fans und kümmern sich liebevoll um die Anlage, sondern bringen auch dem Nachwuchs das Kneippen und die gesunde Lebensweise nahe: So besuchen sie mit Kindergartenkindern das Wassertretbecken und organisieren regelmäßig Ferienaktionen.

In diesem Jahr beispielsweise wandern sie von der Schutzhütte Kehlnbach nach Gladenbach, zeigen den Kindern dabei heimische Kräuter und grillen mit ihnen. Am Ende steht selbstverständlich die Kneipp'sche Wasseranwendung auf dem Programm. Darüber hinaus organisiert der Kneippverein auch einige Vorträge.

Zahlreiche Wanderer und Radfahrer, aber auch Gymnastikgruppen und andere nutzen das Wassertret- und das Armbecken im Ludwig-Hartig-Park gerne fürs Kneippen. Leider missbrauchen aber auch viele die Anlage - als Treffpunkt für Saufgelage, Grillplatz oder als Pool für die Kinder. "Schwimmen und Grillen aber sind hier ausdrücklich verboten", stellt der Vorsitzende Rainer Faber mit Nachdruck klar.


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