"Süßstoffe sollten verboten werden"

MINERALQUELLE Leser Professor Günter Papke rät bei Süßstoffen im Mineralwasser zur Vorsicht

Oberirdische Verunreinigungen bringen dem Selterswasser im Juni bei Stiftung Warentest die Note "mangelhaft"ein. (Archivfoto: Schindler)

In Weilburger Tageblatt vom 16. Juni wurde unter der Überschrift "Mangelhaft, aber unbedenklich" berichtet, dass im Mineralwasser der Quelle Löhnberg künstliche Süßstoffe gefunden wurden. Das ist kein Einzelfall.

Ich bin international bekannter Wasseranalytiker und habe als Leiter der Arbeitsgruppe "Flow Analysis" Anfang Juni an einer Tagung des ISO-Komitees TC 147 "Water Quality" in Philadelphia (USA) teilgenommen. Es ist bekannt, dass in der Schweinemast die Süßstoffe eingesetzt werden, um den Appetit der Tiere zu steigern und damit dessen Wachstum zu beschleunigen. Sie haben damit eine ähnliche Wirkung wie beim Menschen: Durch Süßstoffe nimmt man zu!

Anzeige

Natürlich ist diese nicht artgerechte Handlungsweise der Landwirte auch dem Wunsch des Verbrauchers nach billigem Fleisch geschuldet. Aber warum werden diese Manipulationen gegenüber dem Verbraucher verschwiegen?

Da die Süßstoffe unverändert den Körper verlassen und in den Kläranlagen nicht abgebaut werden, landen diese mehr und mehr zunächst im Grundwasser und damit im Trinkwasser und anschließend auch im Tiefenwasser (Reservoir für Mineralwasser).

In der von mir seit vielen Jahren geleiteten Fortbildungsveranstaltung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GdCh) "Gesetzlich geregelte Umweltanalytik" wurde 2012 berichtet, dass in Kläranlagen zum Beispiel rund 200 Mikrogramm pro Liter Cyclamat und rund 50 Mikrogramm pro Liter Acesulfam und Saccharin nachgewiesen wurden. Die Süßstoffe sind inzwischen ein Indikator dafür geworden, dass zwischen dem Abwasser und dem Grundwasser eine Verbindung besteht.

Bei der Aussage, die Süßstoffe seien ungefährlich für den Menschen, sollte man vorsichtig sein. Man hat eine Gefährdung bisher nicht nachgewiesen.

Im Interesse eines gesunden Aufwachsens von Masttieren und im Interesse der Umwelt sollten die Süßstoffe als Futterbeimengung verboten werden.

Günter Papke, Selters


Jetzt kostenlosen Probemonat sichern und unbegrenzt auf mittelhessen.de und in der News-App lesen!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet