Team Klingelhöfer holt den Titel

WETTBEWERB Marburger Konditoren sind "Deutschlands beste Weihnachtsbäcker"

Annette Klingelhoefer beim Zuckerziehen - die 26-Jährige aus Marburg ist Deutschland beste Weihnachtsbäckerin. (Foto: Sabine Finger/ZDF)

Als Johann Lafer mit den Juroren Ian Baker und Eveline Wild am Ende des ersten Finaltags die Cupcakes des Teams Klingelhöfer verkostet hatte, sagte er: "Ich kann nur sagen - die Mitbewerber müssen jetzt alles geben, es wird eng." So begeistert war er von dem aufwändig verzierten Gebäck. Und mit dieser Prognose sollte er Recht behalten, am Ende des dritten Finaltags stand fest: Am Klingelhöfers kam niemand vorbei. Die Marburger holten den Titel und feierten das mit vielen Gästen, die zum "Public Viewing" in die Haspelstraße gekommen waren.

Die drei Drehtage des Finales waren intensiv, wie Thomas Klingelhöfer berichtet: "Morgens um 7 ging es mit der Vertonung los, dann hat uns die Jury die jeweilige Tagesaufgabe gestellt. Dann mussten wir intensiv dreieinhalb Stunden backen - das war eine große Herausforderung". Permanent waren Marc Wietersen, Annette Klingelhöfer und ihr Vater Thomas von Kameras umringt, außerdem befanden sie sich in einer fremden Backstube. "Wir wussten nicht so genau, wie sich die Backöfen verhalten oder wo genau welche Materialien waren", beschreibt Klingelhöfer - das habe für zusätzliche Anspannung gesorgt. Denn gearbeitet wurde in der Backstube der Kreishandwerkerschaft Koblenz. "Und als wir fertig waren, mussten wir unsere Produkte ins Kurfürstliche Schloss transportieren, dort aufbauen und auf die Jury warten", beschreibt Klingelhöfer - es waren Tage großer Anspannung. Dabei sei die Luft "zum Schluss hin immer dünner geworden: Die Teams waren alle auf Augenhöhe - da haben nur noch Quäntchen den Ausschlag gegeben. Jeder hätte gewinnen können".

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Dabei wäre schon beim Wochenfinale beinahe das Aus für das Marburger Team gekommen. Denn der weihnachtliche Kuchen mit Glühwein-Gelee war den Juroren ein wenig zu salzig. "Das ist schon an der Grenze", befand Johann Lafer. Die Blicke des Teams sprachen Bände - doch im Nachhinein können sie darüber lachen. "Ich hatte das Himalaya-Salz von Johann Lafer genommen, wir dachten, wenn es in unserem Gewürzkorb steht, könnte uns das einige Pluspunkte bringen", sagt Annette Klingelhöfer. Was sie nicht bedacht hatte: Die Kristalle hatten einen wesentlich höheren Salzgehalt als herkömmliches Tafelsalz - schon wenige Flocken reichten, um zu viel zu sein. "Lafer hatte recht - es lief schon eine leichte Nordsee-Welle durch den Kuchen". Und Marc Wietersen ergänzt: "Es war das erste Gewürz, das am nächsten Tag aus unserem Repertoire flog." Danach ging es souverän durch die weiteren Folgen - bis hin zum Finalsieg, bei dem das Lebkuchenhäuschen die Jury überzeugte.

Bestellungen aus ganz Europa

Den Stress empfanden alle als intensiv, möchten aber auch die Einblicke in eine solch aufwändige Produktion nicht missen. Zu Hause fieberte das Klingelhöfer-Team in den Läden mit. "Für uns war es wichtig zu wissen, dass zu Hause alles bestens läuft. Nur so konnten wir beruhigt an dem Wettbewerb teilnehmen", betont Thomas Klingelhöfer. Deshalb sei der Sieg eine Gesamtleistung aller.

Der Titel wird sich für die Konditorei wohl auch wirtschaftlich niederschlagen. Zwar gab es kein Preisgeld. "Aber schon wenige Minuten nach dem Tagessieg hatten wir 20 Bestellungen für unseren Landgraf-Philipp-Stollen", sagt Annette Klingelhöfer. Mittlerweile seien es weit mehr als 120 - und das nicht nur aus der Region, "sondern aus ganz Deutschland, sondern sogar aus Luxemburg, Holland oder Spanien", sagt Thomas Klingelhöfer. "Die Produktion ist sprunghaft angestiegen", bestätigt Christian Heese. "Das ist eine tolle Wertschätzung unserer Arbeit." (red)


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