Über Geldspricht man nicht

Investmentfondskaufleute  Bei Vermögensaufbau helfen

Ein Blick auf die Kurse: Mohamed Elamrani (l), angehender Investmentfondskaufmann, mit seinem Ausbilder Matthias Winge. (Foto: Rumpenhorst/dpa-tmn)

Mal steigen die Kurse, mal fallen sie. Was an der Börse auch passiert: Mohamed Elamrani hat es fest im Blick. Der 21-Jährige absolviert eine Ausbildung zum Investmentfondskaufmann bei der Fondsgesellschaft Union Investment in Frankfurt. „Ich möchte Leute dabei unterstützen, dass sie ihr Vermögen in einem dynamischen Umfeld optimal anlegen“, begründet Elamrani seine Berufswahl. Damit er gute Vorschläge unterbreiten kann, analysiert er täglich in- und ausländische Geld-, Kapital- und Wertpapiermärkte. „So bin ich immer auf dem aktuellsten Stand“, sagt Elamrani.

Voraussetzungen sind gute Allgemeinbildung, Sinn für Zahlen und Kommunikation

Investmentfondskaufleute haben vielfältige Aufgaben. Sie unterstützen Fondsmanager beim Aufbau und bei der Verwaltung eines Anlageprodukts.

Es gibt Aktien-, Renten-, Misch- und Geldmarkt- sowie Immobilienfonds, in denen Menschen ihr Vermögen anlegen. Investmentfondskaufleute wissen, was es dabei für Risiken gibt und behalten diese im Auge. „Zum Tätigkeitsspektrum gehört auch, die Vor- und Nachteile von Immobilienstandorten aufzuzeigen“, nennt Wolfgang Raab vom Branchenverband BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) ein Beispiel.

Die Aufgaben sind vielfältig: Investmentfondskaufleute schreiben Berichte für interne wie externe Stellen etwa für Anleger, die über die Entwicklung ihres Investmentfonds informiert sein wollen. Sollen neue Produkte entwickelt werden, stellen die Finanzexperten strategische Vorüberlegungen an und unterstützen so das Fondsmanagement. Auch pflegen und betreuen sie unterschiedliche Vertriebskanäle, im Internet etwa.

Von Bewerbern um einen Ausbildungsplatz erwarten die Arbeitgeber mindestens einen sehr guten Realschulabschluss. „Die meisten Auszubildenden haben Abitur“, sagt Raab. Ein Verständnis für Zahlen und Interesse an Wirtschaft und Finanzen seien wichtige Voraussetzungen für den Job. Bewerber sollten außerdem kaufmännisches Denken und eine gute Allgemeinbildung mitbringen. Dazu müssen sie gut kommunizieren und mit Anlegern und Kunden umgehen können.

„Es ist ungeheuer wichtig, zu beiden ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und auf ihre jeweiligen Bedürfnisse einzugehen“, erzählt Elamrani. Investmentfondskaufleute müssen aber auch teamfähig sein: So werden etwa komplizierte Kundenwünsche im Team besprochen gemeinsam sucht der Kollegenkreis dann nach einer Lösung. „Klar ist auch, dass Investmentkaufleute verschwiegen sein müssen“, sagt Elamrani. Denn über Geld spricht man nicht schon gar nicht über das von anderen Leuten.

Die klassische Ausbildung zum Investmentfondskaufmann dauert zweieinhalb Jahre. Auf der Berufsschule stehen Fächer wie die Beurteilung und Auswahl von Fondsinhalten auf dem Stundenplan. Dazu lernen die Azubis, wie sie Unternehmen und ihr Umfeld unter Gesichtspunkten der Geldanlage analysieren, und welchen Einfluss Politik auf die Finanzmärkte hat.

„Die Ausbildungsvergütung orientiert sich an ähnlichen Berufen wie dem Bankkaufmann“, sagt Raab. Laut Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit bekommen Bankkaufleute im ersten Lehrjahr bis knapp 1000 Euro, im dritten sind etwa 1100 Euro möglich.

(dpa/tmn)


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